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Intel stellt erste Kaby-Lake-Prozessoren vor

Prozessoren | 31.08.2016, 19:38
Tick, Tock. Ein "Tick" steht bei Intel für eine neue Fertigungstechnik, ein "Tock" für einen Architekturwechsel. Der Mitte 2013 eingeführte Haswell markierte eine neue Architektur, welche der Broadwell von 22 auf 14 nm schrumpfte. Skylake brachte vor einem Jahr dann wieder eine neue Architektur und Kaby Lake bringt jetzt herzlich wenig.

Geht es nach Intels Tick-Tock-Logik, hätte Kaby Lake, nach offizieller Zählung die siebte Core-Generation, einen neuen Fertigungsprozess einführen müssen. Und das ist nach Intels Ansicht auch geschehen, wenn auch nicht in gewohnter Form. Hatten frühere Ticks feinere Strukturen gebracht, bleibt es diesmal bei 14 nm. Dennoch will Intel den von Broadwell und Skylake bekannten Fertigungsprozess weiterentwickelt haben und spricht nun von "14 nm+". Optimierungen des Fertigungsprozesses hatte es schon früher gegeben, nur wurden sie selten an die große Glocke gehängt. Abgesehen von leicht höheren Taktraten darf man von den Rechenkernen also keine Fortschritte erwarten. Übrigens: Im TDP-Bereich oberhalb von 15 Watt soll es mit Coffee Lake im kommenden Jahr dann noch eine vierte 14-nm-Generation geben.

Die neuen Modelle für Tablets und Notebooks

Kaby Lake startet mit der für Tablets gedachten Y-Serie (zwei Kerne, vier Threads, 4,5 Watt TDP) sowie der U-Serie (zwei Kerne, vier Threads, 15 Watt TDP) für Ultrabooks. Deren Grafikeinheiten HD 615 und HD 620 basieren ebenfalls noch auf der Skylake-Architektur. Die für Tablets vorgesehenen Modelle hören auf die Namen Core m3-7Y30, Core i5-7Y54 und Core i7-7Y75. Damit hält die Bezeichnung "Core i" nun auch Einzug in diesen Bereich und löst die reinen "m"-Bezeichnungen mehr oder minder ab. Die Basistaktraten der CPUs lauten auf 1,0, 1,2 und 1,3 GHz, die Turbo-Taktraten auf 2,6, 3,2 und 3,6 GHz. Alle drei Modelle setzen auf die erwähnte HD-615-Grafikeinheit mit Taktraten von 900, 950 und 1.050 MHz. Man sieht schnell: Die TDP zu den Vorgängermodellen bleibt gleich, wenngleich die Taktraten sich marginal erhöht haben.

Die drei Modelle für den Notebook-Bereich hören auf die Namen Core i3-7100U, Core i5-7200U und Core i7-7500U. Auch hier hat man zu den Vorgängermodellen die Taktraten angezogen. Die Basistaktraten betragen 2,4 GHz ohne Turbotakt beim i3-Modell, 2,5 GHz beim i5 und 2,7 GHz beim i7. Die Turbo-Taktraten nennt Intel mit 3,1 bzw. 3,5 GHz. Hier kommt die HD-620-Grafikeinheit zum Einsatz, welche aber identisch zu den Vorgängermodellen taktet.

Neuerungen

Die Videoeigenschaften hat Intel etwas aufgebohrt. Die neue Video-Engine kann VP9-Inhalte (8 oder 10 Bit) komplett in der Hardware dekodieren und mit 8 Bit Farbtiefe auch transkodieren. Zudem wurde die Unterstützung von HEVC (De- und Encoding) mit 4K-Auflösung, 10 Bit Farbtiefe sowie 60 Hertz erweitert. Auf dem internen Bildschirm wird auch das von Netflix für 4K-Videos geforderte DRM unterstützt, nicht aber über den HDMI-Anschluss, welcher beim Versionsstand 1.4 verharrt. Im kommenden Jahr sollen dann auch 4K-Streams von Sony auf den neuen Prozessoren laufen.

Das Fehlen von HDMI 2.0 samt HDCP 2.2 bleibt aber nicht die einzige Kröte, die man bei Kaby Lake schlucken muss: Auch USB 3.1 glänzt mir Abwesenheit. Spürbare Vorteile im Hinblick auf Stromverbrauch bzw. Akkulaufzeit darf man nur beim Abspielen oder Umwandeln bestimmter Videoinhalte erwarten, Gleiches gilt für die Arbeitsgeschwindigkeit. Den Takt der x86-Kerne hat Intel insbesondere dann gesteigert, wenn nur ein Thread benötigt wird. Und ob dieser von Geräten, die oftmals mit passiver Kühlung arbeiten, über einen längeren Zeitraum gehalten wird, darf bezweifelt werden. Insgesamt bietet Kaby Lake zu wenige Neuerungen, und die leistungsstärkeren Varianten mit vier Kernen werden sowieso erst 2017 in den Handel kommen.

Autor: mid
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