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Roaming-Gebühren im europäischen Ausland: Keine Komplettabschaffung (Update)

Mobile | 09.09.2016, 19:06
Seit Jahren warten die Mobilfunknutzer auf die Umsetzung der EU-Ankündigung, dass Roaming-Gebühren im europäischen Ausland wegfallen. Zumindest spricht die EU-Kommission schon seit Jahren darüber, stößt aber in manchen Ländern auf harte Gegner. Im Juni 2017 sollten die Auslandsgebühren nun entfallen und Internetnutzung oder Telefonieren im Rahmen des entsprechenden Kundenvertrages abgewickelt werden. Nun scheint jedoch eine Einschränkung zu kommen. Aktuell ist die Rede von maximal 90 Tagen.

Im Urlaub in Europa ohne Zusatzkosten zu telefonieren, SMS zu verschicken oder mit dem Smartphone im Internet zu surfen – das war das große Ziel der EU-Kommission. Wie heute bekannt wurde, werden diese ehrgeizigen Absichten nun vermutlich nicht komplett umgesetzt werden. Geplant ist im derzeitigen Entwurf eine solche Nutzung für einen Zeitraum von maximal 90 Tagen. Das sollte aus Sicht der EU-Kommission für den typischen Urlauber ausreichend sein und eben auch vor Missbrauch schützen.

Die Vermeidung von Missbrauch sei vom EU-Parlament und den einzelnen Staaten von Beginn an zur Bedingung gemacht worden. Unter Missbrauch versteht man unter anderem, dass man sich bei einem ausländischen, europäischen Anbieter einen günstigen Vertrag/eine günstige SIM-Karte besorgen und diese dann hierzulande ohne Zusatzkosten dauerhaft nutzen könnte. Das sei nicht im Sinne der EU-Kommission – zumindest aus aktueller Sicht – und stößt nicht überall auf Verständnis. Teile der Angehörigen des EU-Parlamentes kritisierten den Entwurf. Die Beschränkung auf 90 Tage sehen die Grünen dort als Farce, mit dem Hinweis, dass ein gemeinsames Europa nicht bei der Telefonrechnung enden dürfe. Auch der europäische Verbraucherschutz-Verband äußerte sich unglücklich über das geplante neue Herangehen.

Die bisherige Begründung zu Roaming-Gebüren der Netzbetreiber lautete dahingehend, dass Kosten anfallen, wenn der eigene Kunde ein fremdes Netz verwendet. Zwischenzeitlich ist der Markt der Mobilfunkanbieter doch deutlich geschmolzen und große Anbieter wie Telefónica oder Vodafone betreiben ihre Netze länderübergreifend, weshalb die Roaming-Gebühren seit Jahren kritisch betrachtet werden.

Update 09. September 2016:
Zu unserem Beitrag vom 6. September 2016 gibt es seit heute Neuigkeiten. Auf Grund der massiven Kritik an den Plänen der EU-Kommission hat der Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker heute angekündigt, dass der Entwurf noch einmal überarbeitet werde. Ob das letzten Endes zur Folge haben wird, dass Roaming-Gebühren im europäischen Ausland dann komplett entfallen werden, bleibt allerdings noch abzuwarten.
[pg]







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