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Ganz nach Fahrplan: AMD präsentiert erste Bristol-Ridge-Prozessoren und Sockel-AM4-Chipsätze

Prozessoren | 06.09.2016, 20:34
Eine neue Fertigung bei Grafikprozessoren hier, ein wenig Zen-Ankündigung dort und neue APUs samt neuen Chipsätzen jetzt. AMD hält seinen Fahrplan strikt ein und kommt ebenfalls über Neuvorstellungen, Ankündigungen und Präsentationen im CPU- und Chipsatzbereich seinen Zielen ein Stück weit näher. Die aktuelle Vorstellung der neuen Bristol-Ridge-APUs für Desktops gilt zwar erst einmal nur für OEMs, aber der Hersteller setzt zumindest die richtigen Zeichen, insbesondere auch durch die frischen Chipsätze auf Basis des Sockel AM4, auf welchen dann auch die Zen-Prozessoren aufsetzen werden.

Das Wichtigste vorab: Die neuen Bristol-Ridge-Prozessoren bringen keine großen Neuerungen mit sich. Sie setzen auf die Verbesserungen, welche man bereits im letzten Jahr mit den Carrizo-CPUs des Notebook-Segmentes zeigte. Damit einher gehen etwas höhere Taktraten und Verbesserungen bei der TDP. Keine der für das OEM-Segment vorgestellten APUs liegt in der TDP über 65 Watt, vielmehr splittet man die Modelle in die Gruppen 65 und 35 Watt. Letztere CPUs tragen dann das Buchstabenkürzel E. Die neuen Chipsätze sorgen allerdings für frischen Wind in AMDs Portfolio und zeigen sich klar zeitgemäß, was den bisher vorliegenden, betagten Modellen nicht nachgesagt werden konnte.

In die neuen Chipsätze halten unter anderem nun bekannte Features wie NVMe-Support, PCI-Express 3.0, SATA-Express und USB 3.1 Einzug. Zudem sollen die Chipsätze eine bessere Energieeffizienz mit sich bringen. Die bislang vorgestellten Chipsätze decken die Bereiche SoC, Small Form Factor, Essential und Mainstream ab. Ein Chipsatz für den Enthusiasten-Bereich – sprich als Unterbau für Zen – wird folgen, wurde aktuell aber noch nicht näher kommuniziert.

Die neuen Plattformen

Bild: Ganz nach Fahrplan: AMD präsentiert erste Bristol-Ridge-Prozessoren und Sockel-AM4-Chipsätze
Natürlich liegt auf der Hand, dass AMD in die günstigeren Zielgruppen weniger hochkarätige Features integriert. Das Hauptaugenmerk für den Dekstop-Bereich der aktuellen Bristol-Ridge-Prozessoren liegt bei den Chipsätzen B350 und A320, welche das OEM-Segment und folgende Retail-Desktop-Segment korrekt adressieren und befriedigen sollen. Für die neuen APUs bleibt es bei maximal acht PCI-Express-Leitungen für die Grafik, die Enthusiasten-Lösung dürfte wohl klar mehr bieten. DDR4-Support ist nun ebenfalls mit an Bord, und wie erwähnt setzt man nun auch auf PCI-Express in Version 3.0 – natürlich abermals ein Zeichen dafür, dass AMDs Hauptaugenmerk bei den APUs auf der Leistung der integrierten Grafiklösung liegt.

Der neue B350-Chipsatz bietet beispielsweise maximal zwei USB-3.1-, zwei USB-3.0- und sechs USB-2.0-Anschlüsse. Zusätzlich werden sechs PCI-Express-Leitungen geboten, welche unter anderem zur Bereitstellung von M.2-Plätzen verwendet werden können. Unsere nachfolgende Tabelle zeigt weitere Optionen.

AM4-Chipsätze Bristol-Ridge-SoC X / B / A300 A320 B350
Marktsegment - Small Form Factor Essential Mainstream
PCIe-Leitungen separate Grafikkarte Acht Lanes 3.0 - - -
Zusätzliche PCIe-Leitungen Zwei Lanes 3.0 - Vier Lanes 2.0 Sechs Lanes 2.0
SATA 2 - 2 2
SATA Express - - 1 1
SATA RAID - 0/1 0/1/10 0/1/10
USB 2.0 - - 6 6
USB 3.0 4 - 2 2
USB 3.1 - - 1 2


Die neuen Prozessoren (APUs)

Bild: Ganz nach Fahrplan: AMD präsentiert erste Bristol-Ridge-Prozessoren und Sockel-AM4-Chipsätze
Wie bereits erwähnt, wird AMD Modelle mit 35-Watt-TDP und 65-Watt-TDP aktuell in das OEM-Segment entlassen. Die sparsamen Modelle – darunter aktuell drei – hören auf die Namen A12-9800E, A10-9700E und A6-9500E. Jene wird es auch ohne das Kürzel "E" geben und werden dann eben über höhere Taktraten (und vermutlich Spannungen) verfügen sowie in der 65-Watt-Gruppe spielen. Alle acht neuen APUs unterstützen maximal DDR4-Speicher bis 2.400 MHz. Es bleibt natürlich die Frage, welcher Anwender (oder OEM) die günstigen Systeme, auf welche diese APUs abzielen, mit dem hochpreisigen Speicher ausstatten.

Die A6-Modelle verfügen lediglich über 1 MB L2-Cache und zwei Kerne (ein Modul), die A8-, A10- und A12-Modelle kommen mit vier Kernen (zwei Modulen) und 2 MByte L2-Cache daher. Zu dem ebenfalls vorgestellten Modell Athlon X4 950 hat AMD keinerlei Informationen zum L2-Cache geliefert. Es darf allerdings unterstellt werden, dass es sich um 2 MByte L2-Cache handelt, da es sich hier um ein Modell mit vier Kernen handelt. Bei diesem Athlon hat AMD dann wieder die integrierte Grafiklösung deaktiviert, um sich speziell an den preisorientierten Endkundenmarkt zu richten. Zu Preisen selbst hat AMD allerdings keine Aussagen getroffen, was schlicht an der OEM-Orientierung liegt. Offizielle Listenpreise wird es voraussichtlich erst mit der Einführung in den Retail-Markt geben.

AMD APUs (OEM) Kerne/Module Takt (Basis/Turbo) L2 Grafik Speicher TDP
A12-9800 4/2 3.8/4.2 GHz 2 MB Radeon R7 mit 512 SE @ ≤1.108 MHz DDR4/2400 65W
A12-9800E 4/2 3.1/3.8 GHz 2 MB Radeon R7 mit 512 SE @ ≤900 MHz DDR4/2400 35W
A10-9700 4/2 3.5/3.8 GHz 2 MB Radeon R7 mit 384 SE @ ≤1.029 MHz DDR4/2400 65W
A10-9700E 4/2 3.0/3.5 GHz 2 MB Radeon R7 mit 384 SE @ ≤847 MHz DDR4/2400 35W
A8-9600 4/2 3.1/3.4 GHz 2 MB Radeon R7 mit 384 SE @ ≤900 MHz DDR4/2400 65W
A6-9500 2/1 3.5/3.8 GHz 1 MB Radeon R5 mit 384 SE @ ≤1.029 MHz DDR4/2400 65W
A6-9500E 2/1 3.0/3.4 GHz 1 MB Radeon R5 mit 256 SE @ ≤800 MHz DDR4/2400 35W
Athlon X4 950 4/2 3.5/3.8 GHz vermutlich 2 MB deaktiviert DDR4/2400 65W


Wie unser vorheriger Screenshot der AMD-Präsentation zeigt, sucht sich AMD seine Vergleichskandidaten aus dem Lager Intel unterschiedlich aus, pickt sie allerdings absichtlich nicht aus dem Low-Cost-Segment. Preislich dürfte man sich definitiv unterhalb dieser Modelle setzen. Wo die neuen AMD-Modelle aber letzten Endes wirklich hingehören, wird ein separater Test zum Start der Retail-Produkte zeigen müssen. Erst dann kann man die Marktposition inklusive der neuen Chipsätze korrekt einordnen.
[pg]







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