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Urteil: Vorinstallierte Software auf PCs ist erlaubt - Käufer muss aber hinreichend aufgeklärt werden

Wirtschaft | HT4U.net
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat heute in einer anhängigen Klage gegen Sony einen Grundsatzspruch im Hinblick auf vorinstallierte Software auf Computern gefällt. Prinzipiell ist es erlaubt, PCs mit vorinstallierter Software zu verkaufen. Allerdings muss auch hinreichend über die vorinstallierten Programme aufgeklärt werden.

Es ist durchaus interessant, mit welchen Dingen sich manches Mal Gerichte zu befassen haben. Dem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofs ging eine Klage aus Frankreich voraus. Der Kläger erwarb einen Laptop der Firma Sony, auf welchem nebem Windows Vista natürlich auch noch weitere Programme vorinstalliert waren. Dafür zahlte der Käufer 549 Euro. Der Kläger monierte allerdings die vorinstallierte Software und verneinte dessen Bedarf und begehrte darum von Sony die Erstattung der Kosten dieser Programme! Deren Wert rechnete er offenbar mit 450 Euro vor, und darüber hinaus forderte er gar Schadenersatz in Höhe von 2.500 Euro wegen "unlauterer Geschäftspraktiken".

Das lehnte Sony natürlich ab und bot dem Kunden gar die Rückabwicklung des Geschäftes an, woran der Käufer kein Interesse zeigte und stattdessen vor Gericht zog. Ein französisches Gericht, bei welchem die Klage anhängig war, wandte sich zur Klärung an den EuGH. Der Europäische Gerichtshof verneinte in seinem heutigen Urteilsspruch eine Unzulässigkeit, Computer mit vorinstallierter Software zu koppeln. Eine fehlende Nennung der Preise dieser Software sehe man ebenfalls nicht problematisch, und sie auch nicht erforderlich. Es sei lediglich wichtig, dass der Kunde in ausreichendem Maße über diese Software informiert werde. Im Falle dieser Klage sah man das über den Sony-Händler vor dem Verkauf als gegeben an.

Gerade aber der Hinweis auf die ausreichende Aufklärung der vorinstallierten Programme könnte zu einem Boomerang werden. Was versteht das Gericht letzten Endes unter "ausreichend"? Genügt die Auflistung dieser Software in einem Online-Angebot? Muss diese dort bis ins kleinste Detail komplett sein und auch Hersteller-eigene Software beinhalten? Versteht man unter "ausreichend" eher eine persönliche Beratung? In vielen Fällen findet ein Kauf beim autorisierten Fachhändler heute überhaupt nicht mehr statt, sondern erfolgt über das Internet. Blickt man auf so manches Amazon-Angebot zu Laptops oder Desktop-PCs, fehlen jegliche Hinweise auf vorinstallierte Programme oder erfolgen nur dann, wenn die Erwähnung einen preislichen Vorteil für den Kunden bedeutet.
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