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Firefox-Sicherheitseinstellungen verursachen hohe Schreibleistungen auf SSDs

Storage & Speicher | HT4U.net
Dass Speichermedien eine begrenzte Lebensdauer durch die Schreibvorgänge auf den Medien besitzen, ist prinzipiell nicht neu. Das gilt insbesondere für Flash-Speicher-Medien wie Speicherkarten oder eben die NAND-Flash-Chips, wie sie in SSDs verbaut werden. Einer Beobachtung von Servethehome nach sorgt die Backup-Funktion im Webbrowser Firefox für sehr hohe Schreibleistungen und belastet damit etwa verbaute SSDs durchaus sehr. Von bis zu 35 GByte Daten täglich ist die Rede.

Wer kennt das Firefox-Fenster nicht? "Entschuldigen Sie, das hätte nicht passieren dürfen." Nach einem Absturz des Internet-Browsers erscheint diese Meldung mit der Option, die geschlossenen Fenster und Tabs wiederherstellen zu können. Damit Firefox diese Wiederherstellung vornehmen kann und damit hier die verlorenen Fenster sehr aktuell gehalten werden, sichert Firefox diese Daten auf dem Speichermedium alle 15 Sekunden. Laut Servethehome sind die Daten von bis zu 35 GByte täglich ein Problem und könnten zu früheren Ausfällen bei SSDs führen.

Der Autor stieß durch einen Zufall über dieses Verhalten. Beim Überprüfen des Zustandes seiner SSD stellte er fest, dass innerhalb recht kurzer Zeit 12 GByte Daten auf die SSD geschrieben worden waren. Er ging der Ursache nach und konnte herausfinden, dass bereits mit drei geöffneten Firefox-Fenstern, in welchen wiederum mehrere Tabs geöffnet waren, bis zu 35 GByte Daten am Tag auf seine SSD geschrieben wurden. Dies ist auf das kurze Sicherungsintervall von lediglich 15 Sekunden in den internen Browser-Einstellungen zurückzuführen.

Nutzerdaten wichtiger als Schreibleistung

Allerdings ist dies nicht nur ein Firefox-Problem, denn praktisch alle modernen Internet-Browser, auch Edge, der Internet Explorer oder Googles Chrome bieten eine Wiederherstellung der vergangenen Sitzung an und müssen von daher ebenfalls Backup-Dateien anlegen. Es stellt sich eben die Frage, wie häufig die Daten gesichert werden müssen und ob dies zwingend alle 15 Sekunden erfolgen muss. Auf Nachfrage erklärte Mozilla gegenüber Spiegel Online, dass man die Sicherheit der Nutzerdaten über den Stellenwert der Schreibleistung eines Speichermediums stelle.

Kein Problem für moderne SSDs?

Da sich SSDs immer mehr verbreiten und die Preise auch immer günstiger werden, stellt sich der eine oder andere natürlich die Frage, wie sicher seine Daten denn dann wirklich sind, wenn plötzlich die SSD durch die hohen Schreibleistungen an ihre Grenzen stößt.

Laut Samsung ist die Schreibleistung, welche Firefox hier produziert, nicht als problematisch anzusehen. So soll eine moderne, günstige SSD bei einer Nutzung von fünf Jahren problemlos auf eine zu schreibende Datenmenge von 41 GByte pro Tag ausgelegt sein. Hochwertigere Varianten – die Rede ist von 2- oder 4-TB-Modellen – würden im gleichen Zeitraum gar problemlos mit 164 GByte zu schreibenden Daten pro Tag klarkommen.

Bild: Firefox-Sicherheitseinstellungen verursachen hohe Schreibleistungen auf SSDs
Sicherungsintervall
Doch hört man auf diese Zahlen und geht man davon aus, dass man tatsächlich mit drei oder vier offenen Browser-Fenstern inklusive mehreren offenen Tabs eine Schreiblast von bis zu 35 oder 40 GByte pro Tag erzeugt, dann bleibt eigentlich nicht mehr viel für andere Anwendungen übrig. Damit ist das Verhalten dann doch schon mehr als ärgerlich.

Sicherungsintervall erhöhen

Mozilla rät unsicheren Kunden, das Sicherungsintervall zu verändern, beispielsweise von 15 auf 30 oder eventuell auch 60 Sekunden. Um diese Einstellungen überhaupt erreichen zu können, genügt es nicht, dass man in die Einstellungsoptionen im Browser-Menü wechselt, man muss die internen Browser-Einstellungen aufrufen. Diese erreicht man, indem man in die Adressleiste des Browsers "about:config" eintippt. Firefox warnt dann erst einmal, dass man hier Bereiche betritt, welche die Gewährleistung gefährden könnten. Sprich: Hier vorgenommene Änderungen könnten sich durchaus kritisch auf die Browser-Stabilität auswirken.

Wenn man den Warnhinweis bestätigt, öffnet sich ein Fenster mit diversen Optionen. Es gilt die Option "browser.sessionstore.interval" zu suchen. Diese steht auf der Standard-Vorgabe von 15.000 – also Millisekunden – oder eben 15 Sekunden. Ein Rechtsklick bietet die Option "Bearbeiten". Wählt man diese, kann man den Wert beliebig ändern. 30.000 oder 60.000 stellen aus unserer Sicht einen ebenfalls guten Sicherheitsfaktor dar, reduzieren aber die Schreibleistung nicht unerheblich.

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