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Google beerdigt die Nexus-Marke zugunsten der neuen Pixel-Smartphones und hebt die Preise an

Mobile | HT4U.net
Google hat am gestrigen Abend zwei neue Smartphones, die VR-Halterung Daydream View und den Streaming-Media-Adapter Chromecast Ultra vorgestellt. Vom typischen Marketing-Geschwätz blieb wenig hängen, zumal es keine revolutionären Neuerungen zu vermelden gibt. Am Ende bleiben nur zwei Erkenntnisse: Pixel ist ein blöder Name für ein Smartphone, und mit 759 Euro ist schon das Einstiegsmodell richtig teuer.

Pixel löst Nexus ab

Nun gut, wer üblicherweise bei dem Laden mit dem angeknabberten Apfel einkaufen geht, lässt sich von 759 Euro nicht abschrecken. Wohl aber von Android, was auf dem Pixel erstmals in der Version 7.1 zu finden ist. Nebenbei sei angemerkt, dass der US-Preis mit 649 US-Dollar (ca. 579 Euro) deutlich niedriger ausfällt. Wer statt 5,0 (FHD mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten bei 441 ppi) lieber 5,5 Zoll (QHD mit 2.560 x 1.440 Bildpunkten bei 534 ppi) als Display-Diagonale hätte, muss 140 Euro addieren. Und für 128, statt 32 GiB Speicherplatz werden nochmals 110 Euro Aufpreis berechnet. Für die Top-Ausstattung werden damit 1.009 Euro fällig und man muss sich schon fragen, wie viele Google-Fans bereit sind, so tief in die Tasche zu greifen.

Pixel ist "das erste vollständig von Google entwickelte Smartphone", weshalb der bisherige Name "Nexus" gestrichen wurde. Schließlich hatte es bei den Nexus-Geräten immer einen Hardware-Partner wie HTC, LG oder Samsung gegeben. Als alleiniger Verantwortlicher will Google die Hard- und Software besser aufeinander abgestimmt haben, beispielsweise mit dem allwissenden Assistenten, der wie gewohnt auf den Zuruf "Ok Google" lauscht, aber deutlich mehr kann als seine Vorgänger. Denn der neue Assistent kombiniert alle Informationen über seinen Nutzer mit dem Wissensschatz des Unternehmens Google, was auf der einen Seite praktisch ist, auf der anderen aber auch unzählige Fragen bezüglich des Datenschutzes aufwirft.

Als Materialien kombiniert Google Aluminium und 2.5D-Corning-Gorilla-Glas 4. Der Fingerabdrucksensor Pixel Imprint wurde auf der Rückseite integriert, darüber sitzt die Hauptkamera mit 12,3 Megapixel Auflösung und einer f/2.0-Blende. Laut DxOMark Mobile liefere diese Kamera die besten Ergebnisse aller aktuellen Smartphones. Die Frontkamera bringt es auf 8 Megapixel und eine f/2.4-Blende. Für alle Bilder und Videos (4K bei 30 fps, 1.080p bis 120 fps, 720p bis 240 fps), die mit den Pixel-Kameras aufgenommen werden, bietet Google Fotos kostenlosen und unbegrenzten Speicherplatz an. Herz der Pixel-Telefone ist ein Snapdragon 821 (2+2 Kerne), dem 4 GiB LPDDR4-RAM und 32 oder 128 GiB Flash-Speicher zur Seite stehen.

Die drahtlose Kommunikation erfolgt über WLAN (IEEE 802.11 a/b/g/n/ac, 2 x 2 MIMO), Bluetooth 4.2, NFC, GSM, UMTS oder LTE. Die anscheinend fest verbauten Batterien leisten 2.770 (5,0 Zoll) bzw. 3.450 mAh (5,5 Zoll) und sollen nach einer Ladezeit von 15 Minuten bis zu sieben Stunden durchhalten. Voll geladen kann man 13 bzw. 14 Stunden lang surfen. Neben einem USB-3.0-Anschluss vom Typ C gibt es auch eine Klinkenbuchse für analoge Kopfhörer. In zwei Punkten bleibt Google seiner bisherigen Nexus-Linie treu und wird viele potenzielle Käufer verschrecken: Es gibt weder einen Einschub für Speicherkarten noch Dual-SIM. Schade. Mit Anthrazit und Silber stehen nur zwei Farben zur Auswahl.

VR-Headset: Daydream View

Das VR-Headset "Daydream View" ist eigentlich nur eine Halterung, um Daydream-kompatible Smartphones wie das Pixel als Brille aufsetzen zu können. Bewegungen und Gestik werden über den "Daydream Controller", einer Art Fernbedienung voller Sensoren, übertragen. YouTube liefert VR-Inhalte wie Die Lochis, BibisBeautyPalace, LeFloid, Kinocheck, Simon Desue, Gronkh und ApeCrimeTV, zudem wurde Street View um VR-Touren bereichert. Wer die "unglaublichen Anwendungen" ausprobieren möchte, sollte bis November weitere 69 Euro zusammenkratzen.

Streaming-Media-Adapter: Chromecast Ultra

"Chromecast Ultra hat alles, was ihr an Chromecast so liebt" – irgendwie klingt Google immer mehr wie Apple – plus 4K, High Dynamic Range (HDR) und Dolby Vision. Die passenden Inhalte liefern derzeit Netflix und YouTube, bei Google Play soll es bis zum Jahresende ebenfalls entsprechende Filme geben. Nach wie vor gibt es WLAN gemäß IEEE 802.11ac, doch Google verspricht Optimierungen und fast doppelt so schnelle Ladezeiten. Neu ist der Ethernet-Anschluss für WLAN-freie Zonen. Der Chromecast Ultra wird 79 Euro kosten, einen Termin für die Markteinführung hat Google aber noch nicht genannt.

Autor: mid
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