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Yahoo durchsucht angeblich alle eingehenden E-Mails im Auftrag der US-Behörden

Internet | HT4U.net
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, durchsucht Yahoo alle eingehenden E-Mails an seine Kunden auf Basis einer Stichwortliste, welche von den US-Geheimdiensten und Ermittlungsbehörden vorgegeben wird. Und dabei geht es keineswegs um die Zeit vor Edward Snowdens Enthüllungen, sondern um die Gegenwart. Die von Yahoo eingesetzte Software hatte das Unternehmen erst im Jahr 2015 selbst entwickelt.

Reuters beruft sich bei seinem Bericht auf Informationen von vier Insidern. Demnach habe die US-Regierung diese Art der Kooperation eingefordert und jegliche Berichterstattung darüber untersagt. Die Suchbegriffe werden demnach von der NSA oder vom FBI vorgegeben und von Yahoo auf die E-Mail-Konten seiner Benutzer angewendet. Es handelt sich also um eine Massenüberwachung des E-Mail-Eingangs von mehreren hundert Millionen Kunden, bei denen neben der eigentlichen E-Mail auch die Anhänge durchforstet werden. Ausgehende E-Mails werden offenbar nicht untersucht, es sei denn, sie gehen an andere Yahoo-Kunden oder werden im Rahmen einer eingehenden E-Mail zitiert. Ausnahmen für US-Bürger scheint es bei diesen Massendurchsuchungen nicht zu geben.

Über die Suchbegriffe ist nichts bekannt, es wird nur allgemein von "Zeichenketten" und "bestimmten Formulierungen" gesprochen. Auch über die Menge der Funde und das weitere Verfahren im Falle eines Treffers ist nichts bekannt. Die Entscheidung, sich der staatlichen Anordnung zu beugen, soll Yahoo-Chefin Marissa Mayer getroffen haben. Der damalige Sicherheitschef Alex Stamos habe daraufhin das Unternehmen verlassen und arbeitet inzwischen für Facebook. In einer Stellungnahme erklärt Yahoo lapidar, dass man sich an US-Gesetze halte, und verweigerte jeden weiteren Kommentar zu diesem Thema. Auch Alex Stamos möchte sich nicht zu den Vorwürfen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber äußern. Seitens der NSA gab es ebenfalls keinen Kommentar.

Yahoos Mitbewerber Google erklärte, dass man solche Durchsuchungen weder durchführen noch entsprechende Anordnungen akzeptieren würde. Auch Microsoft erwidert, nie derartige Massendurchsuchungen vorgenommen zu haben. Die Frage, ob Microsoft eine entsprechende Anordnung von der US-Regierung erhalten habe, wollte das Unternehmen indes nicht beantworten. Dem Cloud-Standort USA dürften die Enthüllungen über Yahoos Schnüffelkooperation jedenfalls massiv geschadet haben. Wer seine Daten vor dem Zugriff durch US-Behörden schützen möchte, sollte lieber auf Dienste außerhalb der USA setzen.

Autor: mid
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