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Samsung: Galaxy-Note-7-Debakel drückt die Aktie und die Quartalsprognose

Wirtschaft | HT4U.net
Erst am 7. Oktober hatte Samsung eine Prognose für das dritte Quartal 2016 herausgegeben und dabei einen operativen Gewinn um die 7,8 Billionen Won (ca. 6,279 Milliarden Euro) in Aussicht gestellt. Die Probleme mit dem Galaxy Note 7 sollten angeblich keinen Einfluss haben. Fünf Tage später hat der Elektronikriese schwere Schlagseite und erwartet nur noch 5,2 Billionen Won (4,186 Milliarden Euro).

Der zu erwartende operative Gewinn wurde somit binnen fünf Tagen um ein Drittel reduziert – das wirft Fragen auf und dürfte die Anleger verunsichern. Man darf sehr gespannt sein, wie die südkoreanische Börse auf diese Nachricht reagieren wird. Und es dürften einige Köpfe rollen: Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, hatten sich gestern die Chefs der Samsung-Gruppe getroffen, und in der Abordnung von Samsung Electronics fehlten die für das Galaxy Note 7 verantwortlichen Manager Shin Jong-kyun und Koh Dong-jin. Niemand der anwesenden Manager wollte das Smartphone-Desaster gegenüber der Presse kommentieren.

Bereits gestern hatte The Wall Street Journal gemeldet, dass Samsung das Galaxy Note 7 nicht weiter produzieren wird und die bereits gebauten Geräte als teure Abschreibung und großer Haufen Elektronikschrott in die Geschichte eingehen werden. Dies hat das Unternehmen inzwischen gegenüber mehreren Medien bestätigt, doch eine offizielle Stellungnahme steht noch aus. Auf der US-Seite zum erneuten Rückruf wird den Kunden kein Austauschgerät mehr angeboten, stattdessen können diese zwischen der Erstattung des Kaufpreises und einem Galaxy S7 bzw. Galaxy S7 edge wählen. Die deutsche Informationsseite berichtet indes über das Austauschprogramm, das es in dieser Form nicht mehr gibt. Auch die deutsche Produktseite verspricht weiterhin "ein Smartphone, das genauso groß denkt, wie Sie selbst".

Wir blicken zurück: Mit dem Galaxy Note 7 hat Samsung das größte Eigentor seiner Firmengeschichte geschossen: Die Firma hatte ihr Galaxy Note 7 am 19. August 2016 auf den südkoreanischen Markt gebracht und im Anschluss auch in die USA geliefert. Doch am Tag des Verkaufsstarts in Europa mussten die Südkoreaner einen weltweiten Verkaufsstopp verhängen, da etliche Geräte in Brand geraten waren. Zunächst wurde ein Problem beim Laden vermutet, doch auch im normalen Betrieb konnten die Smartphones Feuer fangen und sogar explodieren. Dann erklärte Samsung, den Fehler in Form zu dicker Akkus identifiziert zu haben. Diese würden vom Gehäuse gequetscht, so dass es in den Zellen zu Kurzschlüssen komme. Ein Geräteaustausch für rund 2,5 Millionen Telefone wurde gestartet, denn die Batterien sind beim Galaxy Note 7 fest verbaut, und die überarbeiteten Versionen wurden mit einem schwarzen Quadrat auf der Verpackung gekennzeichnet. Software-seitig wurden die nicht brennenden bzw. explodierenden Phablets mit einem grünen Akkusymbol versehen. Die Krise schien überstanden, doch dann stoppte der Brand eines Austauschgeräts den Flug 994 der Southwest Airlines von Louisville nach Baltimore. Das Flugzeug, das zu diesem Zeitpunkt noch am Gate stand, wurde evakuiert und niemand wurde verletzt. Es folgten weitere Vorfälle, ein vorläufiger Produktionsstopp, ein zweiter Rückruf und nun das endgültige Aus.

Autor: mid
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