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Teurer Fehlgriff: Note-7-Debakel kostet Samsung knapp 5 Milliarden Euro

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Samsung Electronics hat die finanziellen Auswirkungen, welche der Rückruf und die Einstellung des Galaxy Note 7 auf die zukünftigen Geschäftszahlen des Unternehmens haben werden, auf rund 3,5 Billionen Won (ca. 2,8 Milliarden Euro) beziffert. Davon werden 2,5 Billionen Won auf das vierte Quartal 2016 und eine weitere Billion auf das erste Quartal 2017 fallen. Die unmittelbaren Kosten wurden bereits auf das dritte Quartal aufgeschlagen und belaufen sich auf 2,6 Billionen Won (ca. 2,08 Milliarden Euro).

Für die Kunden weltweit gibt es unterdessen sehr unterschiedliche Handhabungen, was den Rückruf und den damit notwendigen Ersatz gegenüber dem Kunden angeht. In Deutschland gibt es ganz offensichtlich schlicht nur den Kaufpreis zurück. In den USA fürchtet der Hersteller offenbar größeren Schaden des Markennamens und geht ungewöhnliche Wege. Zu Beginn hieß es, dass die Anwender sich entweder den Kaufpreis zurückerstatten lassen oder aber zwischen einem Samsung Galaxy S7* und S7 Edge wählen könnten.

Nun beschreitet Samsung in den USA aber offenbar einen anderen Weg. Wählt der Käufer ein anderes Samsung-Gerät als Austausch für das Note 7, so soll er zusätzlich eine Gutschrift von 100 US-Dollar erhalten. Darüber hinaus habe er aber die Möglichkeit, sich für jedes beliebige andere Smartphone zu entscheiden, und erhält dann noch eine Gutschrift von 25 US-Dollar. Im Extremfall könnte Samsung damit den Switch zu Apples iPhone ermöglichen. Das alles dürfte der Hersteller bei seinen finanziellen Berechnungen allerdings einkalkuliert haben.

Wir blicken zurück: Mit dem Galaxy Note 7 hat Samsung das größte Eigentor seiner Firmengeschichte geschossen: Die Firma hatte ihr Galaxy Note 7 am 19. August 2016 auf den südkoreanischen Markt gebracht und im Anschluss auch in die USA geliefert. Doch am Tag des Verkaufsstarts in Europa mussten die Südkoreaner einen weltweiten Verkaufsstopp verhängen, da etliche Geräte in Brand geraten waren.

Zunächst wurde ein Problem beim Laden vermutet, doch auch im normalen Betrieb konnten die Smartphones Feuer fangen und sogar explodieren. Dann erklärte Samsung, den Fehler in Form zu dicker Akkus identifiziert zu haben. Diese würden vom Gehäuse gequetscht, so dass es in den Zellen zu Kurzschlüssen kommt. Ein Geräteaustausch für rund 2,5 Millionen Telefone wurde gestartet, denn die Batterien sind beim Galaxy Note 7 fest verbaut, und die überarbeiteten Versionen wurden mit einem schwarzen Quadrat auf der Verpackung gekennzeichnet.

Software-seitig wurden die nicht brennenden bzw. explodierenden Phablets mit einem grünen Akkusymbol versehen. Die Krise schien überstanden, doch dann stoppte der Brand eines Austauschgeräts den Flug 994 der Southwest Airlines von Louisville nach Baltimore. Das Flugzeug, das zu diesem Zeitpunkt noch am Gate stand, wurde evakuiert, und niemand wurde verletzt. Es folgten weitere Vorfälle, ein vorläufiger Produktionsstopp, ein zweiter Rückruf und dann das endgültige Aus.

Autor: mid
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