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Google Translate

Googles Übersetzungsdienst wurde überarbeitet und agiert jetzt intelligenter

Internet | HT4U.net
Die Technik hinter "Google Translate" wurde vereinfacht und zugleich flexibler gestaltet: Während sich bisher getrennte Systeme um die Übersetzungen einzelner Sprachenpaare – also z. B. von Deutsch nach Englisch oder von Französisch nach Niederländisch – gekümmert hatten, ist nun ein einzelnes System für alle Varianten zuständig. Und dieses kann auch Sprachenpaare verarbeiten, welche dem System zuvor gar nicht gelehrt wurden. Möglich macht dies eine künstliche Intelligenz namens "Google Neural Machine Translation" (GNMT).

Google hatte GNMT im September angekündigt und erklärt, das System lerne Sprachen anhand von Millionen praktischer Beispiele. Inzwischen ist das System so weit fortgeschritten, dass es alle 103 von Google Translate unterstützten Sprachen bedienen kann. Selbst Sprachpaare, für die es nur wenige oder keine Beispiele gab, kann GNMT verarbeiten. Ein Beispiel: GNMT lernte die Übersetzung von Japanisch nach Englisch sowie von Koreanisch nach Englisch. Im Anschluss war es den Entwicklern möglich, brauchbare Übersetzungen zwischen Japanisch und Koreanisch zu erzeugen, obwohl GNMT dies nicht trainiert hatte. Google bezeichnet ein solches Vorgehen als "Zero-Shot Translation".

Laut Google ist die "Zero-Shot Translation" der erste erfolgreiche Lerntransfer im Bereich der automatisierten Übersetzung. Als Lerntransfer bezeichnet man die Fähigkeit, eine zuvor gelernte Problemlösung auch auf andere Situationen übertragen zu können. Diese Situationen dürfen nicht identisch sein, müssen der Ausgangslage aber ähneln. Die erfolgreiche Umsetzung des Lerntransfers gehört zu den Grundproblemen bei der Entwicklung künstlicher Intelligenzen (KI). Auch hinter Google Translate steht eine solche KI, und so ganz wissen nicht einmal die Entwickler, wie diese arbeitet. Aktuell gehen sie davon aus, dass GNMT eine Universalsprache als Grundlage für seine Übersetzungen erstellt. Eine Analyse der von der Software vorgenommenen Abstrahierung deutet nämlich darauf hin, dass GNMT die Bedeutung der Sätze erkennt, statt sich nur von Formulierung zu Formulierung zu hangeln. Gleiche Sätze in unterschiedlichen Sprachen werden vom System ähnlich interpretiert, was sich als Repräsentation der Universalsprache interpretieren lässt.

Während das Thema KI oftmals wie Zukunftsmusik klingt, befindet sich GNMT seit dem 22. November 2016 im Praxiseinsatz. Alle Übersetzungen, die über Google Translate vorgenommen werden, stammen von GNMT. Perfekt ist man allerdings noch lange nicht, wie kurze Tests schnell belegen.

Autor: mid
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