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MacBook Pro 2016 - Anwender klagen über Grafikfehler

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Wer zwischen 1.699 und 4.999 Euro in ein neues MacBook Pro investiert, erwartet vor allem eines: dass dieses Gerät ohne Probleme funktioniert. Derzeit hat Apples neueste Notebook-Generation aber noch mit massiven Grafikfehlern zu kämpfen, die zuweilen sogar in Abstürzen münden. Die Ursachen der Fehler sind bisher noch unklar.

Es begann mit Meldungen über fehlerhaft gezeichnete Fenster. Diese enthielten kuriose Bildschnipsel und Artefakte, als ob der Grafiktreiber die falschen Speicherbereiche gezeichnet hätte. Von diesem Fehler scheinen vor allem jene Käufer betroffen zu sein, die sich für eine Dual-Grafik-Lösung entschieden haben. Bei diesen Modellen des MacBook Pro 2016 kümmert sich die integrierte Grafik der Intel-CPU um Standardaufgaben, während bei hoher Grafiklast auf eine diskrete Grafikeinheit von AMD umgeschaltet wird. Die Darstellungsprobleme scheinen meist in dem Moment aufzutreten, wenn die verantwortliche Grafikeinheit gewechselt wird. Dies deutet am ehesten auf einen Treiberfehler hin.

Andere Benutzer beklagen Muster, welche den gesamten Anzeigebereich überlagern. Wie obige Videoaufnahme untermauert, beginnt der Bildschirm dabei zu blinken und wechselt die Farbe. Die Aufnahme entstand, als Adobes Media Encoder und Premiere Pro im Zusammenspiel mit AMDs Radeon Pro 460 4GB verwendet wurden. Das MacBook Pro 2016 war zu diesem Zeitpunkt bereits abgestürzt. Wie Jan Becker, der Autor des Videos berichtet, hatte er das Projekt mit einem älteren MacBook Pro erstellt, in dem eine Grafiklösung von NVIDIA steckt. Neue Projekte, die auf dem MacBook Pro 2016 angelegt wurden, liefen indessen einwandfrei. Nur beim Neustart des Rechners sieht Becker weiterhin einen seltsamen Grafikfehler.

Ein Bug in Adobes Software? Wohl nicht, denn auch Apples iCloud Photo Library ist betroffen. Also ein Fehler in AMDs Treiber? Oder in Mac OS? Oder ein Problem mit der Hardware bzw. deren Kühlung? Die Liste der möglichen Ursachen ist lang, doch einige Nutzer berichten, dass der Wechsel zum Software-Rendering die Abstürze vom Adobe Media Encoder behebt. Mit dem Verzicht auf die Hardware-Beschleunigung werden Last und Abwärme vom Grafikchip auf den Prozessor verlagert, zugleich wechselt die Grafikausgabe auf Intels iGPU. Damit hätten wir zwar einen probaten Workaround, doch im Hinblick auf die Ursachenforschung sind wir keinen Schritt weiter. Der gemeinsame Nenner scheint allerdings die Hardware-Beschleunigung zu sein.

Apples Support tendiert derzeit eher in Richtung eines Hardware-Defekts und hat betroffene Kunden angewiesen, ihr MacBook Pro 2016 einzuschicken. Vermutlich will man sich bei Apple ein genaueres Bild vom Fehler machen und hierfür betroffene Geräte untersuchen. Wir würden zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls eher auf ein Treiberproblem tippen.

Autor: mid
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