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Aus für Android-Alternative?

Cyanogen Inc. scheint am Ende

Mobile | HT4U.net
Cyanogen Inc. wollte sich mit CyanogenMod Android aus dem Griff von Google befreien und eine offene Android-Plattform für Kunden, Entwickler und Hersteller schaffen. Der Traum scheint sich offensichtlich nicht zu erfüllen, denn aktuell geht es bei der Firma mit Entlassungen weiter, und zum Jahresende soll auch die Firmenzentrale in Seattle, USA schließen.

Wie Android Police berichtet, wird Cyanogen Inc. zum Ende des Jahres seine Firmenzentrale in Seattle schließen, während eine weitere Entlassungswelle über die Mitarbeiter rollt. Auch Steve Kondik, Mitbegründer des Unternehmens, muss sich wohl einen neuen Job suchen. Er wurde aus dem Aufsichtsrat entfernt, nachdem kürzlich schon Firmenlautsprecher und CEO Kirt McMaster seinen Hut nehmen musste.

Aktuell wird Steve Kondik noch als "Chief Science Officer" geführt, was auch immer damit gemeint sein mag. Einigen Mitarbeitern wurde laut Android Police ein Wechsel nach Palo Alto angeboten, wo Cyanogen Inc. noch ein kleineres Büro betreibt. Einige Entwickler aus dem Android-Umfeld sind bereits dorthin umgezogen. Unklar bleibt, welche Pläne der neue CEO Lior Tal für das Unternehmen noch hat.

Die Firma Cyanogen Inc. wollte eigentlich die Entwicklung des Community-Projekts CyanogenMod vorantreiben und unter dem Namen Cyanogen OS kommerzialisieren. Bis März 2015 konnte der damalige CEO Kirt McMaster 110 Millionen US-Dollar von Unterstützern wie Twitter, dem Chiphersteller Qualcomm, den Telekommunikationsanbietern Telefónica und Smartfren Telecom sowie dem Medienmogul Rupert Murdoch einsammeln. Einen Monat später sprang auch Microsoft auf den Zug auf, und im Mai folgte der Auftragsfertiger Foxconn. Kirt McMaster erklärte mehrfach, Android aus dem Griff Googles befreien und eine offene Plattform für Software-Entwickler, Gerätehersteller und Endkunden schaffen zu wollen. Im Rahmen eines Abkommens mit Microsoft wurden die Apps und Dienste der Redmonder in Cyanogen OS integriert, darunter Outlook, Office, OneNote, Skype, Bing, Bing Maps und OneDrive. Googles Dienste werden somit nicht mehr benötigt, wobei manche sagen, dass hierbei nur Pest gegen Cholera getauscht wurde. Bisher gibt es allerdings nur sehr wenige Smartphones, die mit Cyanogen OS ausgeliefert werden.

Autor: mid
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