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Architektur-Previews mit zu wenig Informationen freigegeben

AMD auf der CES: AM4-Mainboards, Ryzen und Vega sind ein Thema

Grafik | HT4U.net
Wie angekündigt, hat AMD auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas heute erste griffigere Informationen zum kommenden Grafikchip Vega geliefert, oder sagen wir besser freigegeben. Darüber hinaus hat AMD ebenfalls über die kommenden AM4-Mainboards für den Ryzen-Prozessor gesprochen.

Einen gewissen Ausblick gab Hersteller AMD gewälten Pressevertretern bereits Anfang Dezember 2016, die Daten blieben bis heute aber unter NDA. Die Informationen, welche nun vorliegen, gehen leider in keine Details, sondern machen vielmehr neugierig, was Vega in der Praxis wirklich leisten wird. Neu ist die Information, dass AMD seine Grafikkarten künftig in drei Gruppen unterteilen wird, und zwar Radeon RX, Radeon Pro und Radeon Instinct. Die Vega-GPU soll in verschiedenen Varianten in allen drei Gruppen vertreten sein. Die heute gelieferten Informationen sollten sich prinzipiell aber auf den Vega-10-Chip beziehen – das Flaggschiff der Reihe also. Offen bleibt, ob AMD den Namen Vega, welcher prinzipiell für die Architektur steht, auch als Markennamen nutzen wird, wie eine Folie vor Kurzem andeutete.

Großes Die und HBM2-Speicher

Überraschend sind die Maße der neuen GPU. Nach Fotos und bisherigen Schätzungen kommt das Die des Chips auf über 500 mm² und wäre damit deutlich größer als NVIDIAs GP104- (GeForce GTX 1080) und GP102-Lösungen (NVIDIA Titan X). Wie erwartet setzt AMD auf HBM2-Speicher, welcher Vorteile durch die Größe bei kompakteren Grafiklösungen und gleichzeitig eine klar bessere Energieeffizienz als GDDR5-Speicher bieten soll. Der HBM2-Speicher versetzt AMD hier in die Lage, Modelle mit bis zu 16 GByte Speicher anzubieten. Im Fall von Vega 10 im Desktop-Segment dürfte man wohl 8 GByte unterstellen dürfen, im Profi-Segment sollten bis zu 16 GByte erwartet werden. In den kleineren Gruppen, in welchen dann vermutlich kleinere Vega-Chips zum Einsatz kommen, sind auch 2 oder 4 GByte möglich. AMD kann hier also recht flexibel agieren. Bei der Speicherbandbreite bleibt es allerdings bei 512 GByte pro Sekunde – identisch zu dem Durchsatz der bisherigen Fiji-Versionen mit HBM1-Speicher.

Komplett überarbeiteter Chip

AMD will bei der Vega-GPU sehr viele Änderungen/Neuerungen oder Überarbeitungen mit eingebracht haben. So spricht AMD in diesem Falle beispielsweise über Next Compute Units (Vega NCU), welche deutlich überarbeitet wurden, um mehr Flexibilität bieten zu können. Pro Takt kann eine NCU in Vega 256 FP16- und 512 INT8-Operationen durchführen. Bei der Überarbeitung der Compute-Units soll auch der Instruction-Buffer vergrößert worden sein.

Darüber hinaus habe man die Geometrie-Pipeline ebenfalls überarbeitet. Flexibler und effizienter soll Vega arbeiten als die bisherigen GCN-Architekturen – und natürlich klar schneller. Gegenüber der R9 Fury X (Fiji-GPU) soll der kommende Chip einen verdoppelten Geometriedurchsatz bieten, was durch die programmierbare Geometrie-Pipeline ermöglicht werden soll.

Eine Architektur-Preview zu Vega 10 ist beispielsweise hier bei Golem einzusehen.

Ryzen-Prozessoren und die neuen Plattformen

Bei Ryzen-Informationen hält sich AMD auf der CES deutlich mehr zurück. Demosysteme sind offenbar am Start, und AMD verweist darauf, dass man bereits 17 Systeme basierend auf führenden Systemintegratoren vorweisen kann. AMD geht davon aus, dass Ryzen-CPUs von allen führenden PC-OEM-Herstellern weltweit eingesetzt werden.

Der passende AMD-Chipsatz hört aktuell auf den Namen X300 oder X370. Beide sollen laut AMD Dual-Channel-DDR4-Speicher-Support bieten (über DDR3-Speicher-Support wurde nicht gesprochen), M.2-SATA- und NVMe-Geräte unterstützen sowie mit USB 3.1 in Generation 1 und 2 aufwarten. Auf der CES wurden dabei Topplatinen der Mainboard-Hersteller ASRock, ASUS, Biostar, Gigabyte und MSI in verschiedenen Varianten gezeigt.

Alles in allem bleibt es bei einem Ausblick, bei Chipsätzen und Prozessoren beim bisherigen Kenntnisstand. Vega macht neugierig – doch wo genau man sich letzten Endes gegenüber dem Mitbewerb platziert, das bleibt noch offen.
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