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  AMD kündigt SSE5 Befehlserweiterung an

Prozessoren | 31.08.2007, 21:26
Schon seit Jahren versuchen die beiden großen Prozessorhersteller Intel und AMD die Rechenwerke ihrer Prozessoren effizienter auszulasten. Dabei erfanden sie für häufig in Programmroutinen vorkommende Befehlskombinationen separate Compiler-Befehle, die diese Operationen zusammenfassen. Auf Prozessoren, die sich auf diese Erweiterungen der ursprünglichen x86-Prozessorarchitektur verstehen, führt dies zu meist signifikanten Performancezuwächsen aufgrund von Rechenzeiteinsparung bei Applikationen, die diese benutzen. Begonnen hat dieses Spiel bei Intel mit MMX (Multimedia Extensions) in den ersten Pentium-Prozessoren, sowie später mit SSE (Streaming Single-Instruction-Multiple-Data Extensions), SSE2 und SSE3. Alle diese Erweiterungen kamen von Intel, AMDs Gegenprogramm wie 3DNow! war dagegen eher wenig Erfolg beschieden. Im Gegenteil, mit einer Verzögerung von Monaten erhielten aufgrund der Patentaustauschabkommen Intels Neuerungen auch in AMD-CPUs Einzug.

Doch seit des Markterfolgs mit 64Bit-Erweiterungen für x86-CPUs, die AMD erfolgreich Intel "aufzwang", auch weil Microsoft keine zwei verschiedenen 64Bit-Implementierungen unterstützen wollte, verspricht man sich auch bei AMD wieder ein größeres "Gestaltungspotenzial". Nach den bei Programmierern verwirrend angekommenen SSE-Erweiterungen in Intels Core-Architektur - erst munkelte man vom Namen SSE4, später war es doch Supplemental SSE3 - und den bei Intel für Penryn bzw. Nehalem angekündigten SSE4-Erweiterungen, wird AMDs Barcelona und Derivate ein SSE4a unterstützen. Kompatibel sind diese Befehlssätze nicht, was ihre Akzeptanz in der Softwarebranche nicht gerade fördern dürfte...

Heute nun kündigt AMD also schon ein SSE5 an. Verfügbar soll es in den "Bulldozer"-Cores 2009 sein. Die 46 neuen Basis-Befehle sollen laut AMD hauptsächlich einen Zweck verfolgen. Es sollen mathematische bzw. logische Operationen zukünftig statt mit zweien mit drei Operanden ausgeführt werden können, beispielsweise beim häufig genutzten Fused Multiply Accumulate-Befehl, der einen Floating-Point auf die Multiplikation zweier anderer FP-Werte aufaddiert, in nur einem Arbeitszyklus. Die Nutzung dieser Möglichkeiten hat bereits bei Grafikkarten Leistungszuwächse erbracht.

Interessierten Entwicklern bietet AMD einen speziellen Informationsbereich auf der firmeneigenen Webseite an. Die Spezifikationen sind hier zu finden. Für eine wirklich marktrelevante Nutzung in der Softwareindustrie ist nach dem Versionschaos rund um SSE4 aber nötig, dass die verwendeten Erweiterungen möglichst weit in kommenden CPUs aller Hersteller verbreitet sind - unter welchem Namen sich die einzelnen Befehle auch immer beim jeweiligen Hersteller verbergen mögen.

[tm]

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