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 Ab 1. November Reisepässe nur noch mit Fingerabdruck

Recht | 29.10.2007, 00:29
Wer ab 1. November einen Reisepass beantragt, muss in Zukunft auch seinen Fingerabdruck abgeben. Er wird dann gemeinsam mit dem Passfoto digital auf einem RFID-Chip gespeichert und soll in Zukunft für einfachere Kontrollen an den Grenzen sorgen. Bisher war lediglich das Bild digital hinterlegt worden. Wer um die Fingerabdrücke herum kommen möchte, kann sich noch bis Mittwoch einen Ausweis ohne dieses zusätzliche "Feature" ausstellen lassen, bevor die Option mit dem neuen Monat vollständig entfällt. Kritiker wieder Chaos Computer Club sehen in dem zusätzlichen Merkmal einen weiteren Schritt zur "biometrischen Vollerfassung der Bürger", dem nachweislich kein zusätzlicher Nutzen abzugewinnen sei. Das Häufig genannte Argument der Fälschungssicherheit sei schon durch ein Merkmal erfüllt, zumal schon die alten Reisepässe weltweit am sichersten galten.

Kritisch ist vor allem die Art der Speicherung auf dem RFID-Chip, der über Funksignale beliebig ausgelesen werden kann, ohne dass der Besitzer das merkt. Zwar sollen hinreichende Schutzmechanismen integriert worden sein, doch ist wie immer fraglich, ob dieser auch langfristig bestand haben wird. Bei einer Geltungsdauer von zehn Jahren, darf man sich durchaus fragen, ob heute noch "sichere" Verfahren bei der schnellen Entwicklung auch in Zukunft noch sicher genug sein werden. Die unnötige Erfassung überflüssiger Informationen ist daher eher eine unnütze Gefahr für die Privatsphäre der Bürger.

Wer bereits einen neuen Ausweis besitzt, kann sich vor unberechtigtem Zugriff schützen, in dem er das Dokument in Alufolie wickelt. Sie schirmt die Funksignale ab und verhindert, dass die Daten einfach gelesen werden können.

Langfristig könnte RFID jedoch auch in anderen Bereichen schnell große Beliebtheit erlangen. So arbeitet zum Beispiel Metro mit dem Metro Future Store an neuen Konzepten, wie RFID sinnvoll in den Alltag integriert werden kann. So soll es in Zukunft möglich sein, einzukaufen, ohne erst an der Kasse alle Artikel aufs Band legen zu müssen. Stattdessen wird über Funksignale der Inhalt des Wagens automatisch erfasst. Die Abbuchung der Rechnung könnte anschließend vollautomatisch direkt vom Konto erfolgen.
[rl]




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