Der Prozessorexperte Intel arbeitet an speziellen Chips für die günstigen Laptops der One-Laptop-per-Child-Initiative. Wie die InfoWorld berichtet, soll dabei neben den bereits existierenden integrierten Lösungen in Form von
Silverthorn und
Tolapai ein weiteres Angebot für die Entwicklungsländer vorbereitet werden. Auch Microsoft verstärkt sein Engagement für den Low-Cost-Laptop und will eine spezielle Version von Windows XP anbieten, die auch auf der deutlich nierigeren Systemanforderungen läuft. Bisher war für den Laptop eine spezielle Linux-Version im Gespräch.
OLPCs sollen bisher mit AMDs Geode LX-700 bestückt werden, der mit 433 MHz arbeitet vergleichsweise geringe Anforderungen an die Energieversorgung stellt. 256 MB DDR-Speicher mit maximal 266 MHz Datenrate sowie eine Flash-Speicher-Festplatte mit einer Kapazität von einem Gigabyte gehören ebenfalls zur Kernausstattung im Preis von derzeit rund 200 US-Dollar.
Intels
Tolapai ist ein
hochintegrierter Chip mit Speicher-Controller, Periphie-Controller und Hardware-Verschlüsselung, der zum Beispiel auch Gigabit-Ethernet oder Serial-ATA unterstützt. Auf Basis der 65-nm-Technologie gefertigt, scheint er auf dem Mobilprozessor
Yonah zu basieren und soll beispielsweise in der Autoindustrie zum Einsatz kommen.
Silverthorn setzt hingegen schon auf 45 nm und soll 2008 für Ultra-Mobile-PCs (UMPCs) eingeführt werden. Während hier kaum
technische Details bekannt sein, ist hingegen recht wahrscheinlich, dass er mit deutlich längeren Akkulaufzeiten bei höherer Energieeffizienz im höherpreisigen Markt seinen Platz findet.
Ein dritter System-on-Chip soll nun laut
InfoWorld im April nächsten Jahres vorgestellt werden, weil die bekannten Lösungen den Anforderungen des OLPC nicht optimal entsprechen. Denkbar könnte hier folglich eine Lösung sein, die zwar auf älterer Technik beruht, aufgrund des aktuellen technischen Standes aber zu extrem günstigen Konditionen produziert werden kann.
Microsoft will nun ebenfalls seine älteren Produkte für den Low-Cost-Laptop anpassen. Laut
Reuters ist dafür eine Basis-Version von Windows XP in Arbeit, die durch gezieltes aussparen von Features auf die kleine Festplatte zugeschnitten wird. Microsoft sieht allerdings noch eine Menge Tests und Analysen vor sich, bevor eine einsatzbereite Version angeboten werden kann.
Grund für den hohen Entwicklungsaufwand könnte die Angst vor einem verlorenen Markt sein. Da bisher Linux als Betriebssystem vorgesehen ist, könnte ein Heer von zukünftigen Anwendern direkt an die Konkurrenz gebunden werden, sodass es Microsoft langfristig immer schwerer wird, seinen Stand in diesen Märkten zu sichern. Für Linux könnte der OLPC hingegen eine Chance sein, sich weitere Nutzerkreise zu erschließen, die auch bereit sind, selbst Anwendungen für das OpenSource-Betriebssystem zu entwickeln.
[rl]