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 AMD steigert Marktanteil kontinuierlich -- Gewinner der Preisschlacht?

Wirtschaft | 31.10.2007, 23:34
Scheinbar könnte AMD aus der Preisschlacht stärker hervorgehen als man zunächst glauben mag. Nach Monaten von regelmäßigen Preissenkungen befindet sich der Prozessorspezialist möglicherweise in einer Position, von der aus in Zukunft wieder gute Ergebnisse möglich sind. Zumindest zeichnen grundlegende Trends ein recht positives Bild für die Entwicklung von AMD ab — insbesondere was die Anteile am Gesamtmarkt betrifft. Hier konnten sich die Advanced Micro Devices regelmäßig ein Größeres Stück vom Kuchen abschneiden und Intel stetig zurück drängen. Aktuelle Zahlen vom dritten Quartal 2007 auf Basis der verkauften Stückzahlen sprechend AMD einen Marktanteil von 23,5 Prozent zu, während Intel sich mit lediglich 76 Prozent zufrieden geben muss. Damit wäre jede vierte CPU weltweit von AMD.

Im Vergleich zum ersten und zweiten Quartal 2007 hat AMD damit zum Jahresanfang zunächst eingebrochenes Niveau wieder zurückgewinnen können und konnte sich von 18,7 Prozent im Quartal Eins auf 22,9 Prozent im zweiten Quartal nun weiter verbessern. Intel verlor im gleichen Zeitraum rund fünf Prozent, steht dennoch im Vergleich zum zweiten Quartal 2006 noch gut da. Damals war der Marktanteil auf ein Rekordtief von knapp unter 73 Prozent gefallen.



Betrachtet man sich die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche, wird jedoch deutlich klar, dass AMD besonders durch den Server-Markt wesentliche Zuwächse erzielen konnte. Während der Anteil dort 2003 noch bei nur 3,1 Prozent lag, verzeichnete AMD hier 2006 bereits einen stolzen 25-Prozent-Anteil — ein jährliches Wachstum von fast 70 Prozent. Dies dürfte sich besonders auf die Server-Prozessoren der Opteron-Reihe zurückführen lassen, die seit der Einführung der K8-Architektur wesentliche Fortschritte bei der Leistung erzielen konnte. Seitdem musste AMD aber wieder herbe Rückschläge einstecken, die den Anteil mittlerweile wieder auf nur noch 13,9 Prozent zurückgedrängt haben.

Im Desktop-Markt konnte AMD seinen Anteil um jährlich durchschnittlich 11 Prozent verbessern und deckte Ende 2006 mit 27,5 Prozent fast ein Drittel des Gesamtmarktes ab. Seitdem stagniert der Marktanteil jedoch bei rund einem Viertel.

Deutlichere Fortschritte macht AMD allerdings im Notebook-Segment. Dort schwankte der Anteil seit Jahren um 15 Prozent und konnte sich erst seit kurzer Zeit etwas nach oben absetzen. So erreichte das Unternehmen im dritten Quartal nun 18,9 Prozent. Hier kann AMD eventuell durch die zugekauften Grafik- und Chipsatz-Bereiche von ATI in Zukunft noch stärker punkten und seinen Anteil weiter ausbauen. Gerade bei Notebooks bietet es sich schließlich an, wenn das Basissystem bestehend aus CPU, Chipsatz und Grafik optimal aufeinander abgestimmt ist. Vorteile, von denen Intel mit seiner Centrino-Plattform schon seit geraumer Zeit profitiert.

Neue Perspektiven zeigen die von Mercury Research ermittelten Daten zu den mittleren Verkaufspreisen (ASP) von Intel und AMD, die einen interessanten Einblick gestatten. Während bei Intel die APSs beständig fallen, konnte AMD hingegen in den vergangenen Jahren schrittweise zulegen. Zwar blieben die Änderungen im Desktop-Bereich relativ gering, doch zeigt sich, dass AMD im Mobile-Markt stetig höhere Preise durchsetzen konnte. Besonders vielversprechend sind die erzielten Preise im Servermarkt, die bei AMD sogar rund 30 Prozent über denen von Intel liegen. Leider liegen noch keine Informationen zu den Preisen in 2007 vor, obwohl gerade hier interessant wäre, wie weit sich die Preisschlacht tatsächlich auf den ASPs ausgewirkt hat.

Durchschnittlicher Verkaufspreis (US-$)2003200420052006
Intel Gesamt 150 150 145 132
AMD Gesamt 67 80 87 93
Intel Desktop 126 123 121 111
AMD Desktop 68 74 75 74
Intel Mobil 177 180 162 141
AMD Mobile 52 71 66 69
Intel Server 474 428 357 320
AMD Server 278 481 504 427


An dieser Stelle wird deutlich, dass Intel durch sein extremes Volumen komplett andere Voraussetzungen am Markt vorfindet. Während das Unternehmen seit Jahren deutlich höhere Preise festlegen konnte und entsprechend kostendeckend arbeitete, tastet sich AMD Jahr für Jahr von unten an höhere Preise heran. Da dieses Vorgehen aber nur mit innovativen Produkten möglich ist, könnte AMD in der aktuellen Situation einen deutlichen Nachteil erleiden. So schlagen sich Intel-Prozessoren derzeit in der Mehrzahl besser als die Konkurrenz und bieten AMD kaum Argumente für höhere Preise. Wohl auch aus diesem Grund schlug man den beschwerlichen Weg über den Preiskampf ein, welcher AMD spürbar an die Nieren geht.

Für die Zukunft ergeben sich anhand dieser Betrachtungen allerdings einige Optionen für AMD. Während auf der einen Seite deutlich wurde, dass Intel mit steigender Marktmacht von AMD die Preise senken musste, finden sich besonders im Server-Markt gute Chancen für eine bessere Zukunft. Schafft man es, bald wieder konkurrenzfähige Produkte auf den Markt zu bringen und damit den Anteil im Server-Geschäft weiter zu erhöhen, könnte dieser Bereich als Gegenpol zum Desktop-Markt auch schnell wieder hohe Gewinn möglich machen. Mit einem Kundenstamm von über 20 Prozent besteht hier eine gute Basis für zukünftige Abnehmer neuer innovativer Produkte. Auch im Mobile-Segment besteht mit einer verbesserten Produkt-Strategie auf Basis der gewonnenen Erfahrung von ATI in Zukunft die Chance, weitere Marktanteile zu gewinnen.
[rl]



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