Der Suchmaschinenbetreiber und Online-Werbegigant Google hat nun offiziell seine Pläne zum Google-Phone
vorgestellt. In Zusammenarbeit mit T-Mobile, Samsung, Motorola und HTC soll noch 2008 ein erstes Gerät auf den Markt kommen. Entgegen ursprünglicher Erwartungen entwickelt Google allerdings weniger ein Gerät sondern arbeitet vielmehr im Rahmen der "Open Handset Alliance" an einem speziellen Betriebssystem auf Linux-Basis, welches verschiedene Anwendungen auf zahlreichen Mobiltelefonmodellen ermöglichen soll. Bisher ist der Markt für Handy-Betriebssystem noch sehr zersplittert und Software-Entwickler müssen häufig mehrere Versionen ihrer Anwendungen bereitstellen. Einen Ansatz bot bisher Java, auf dessen Basis viele der Applikationen entwickelt wurden.
Weniger erfreut dürften Microsoft und Nokia über die Pläne von Google sein. Während der Software-Gigant mit seinem eigenen Betriebssystem Windows Mobile ebenfalls auf den Handy-Markt strömt, hält Nokia einen wesentlichen Anteil am Software-Spezialisten Symbian. Das geplante Software-Paket "Android" könnte angesichts der breiten Unterstützung für beide Unternehmen eine starke Konkurrenz darstellen. Google konnte für die Allianz neben der Telekom auch viele weitere Netzbetreiber wie die Telecom Italia, Telefonica, China Mobile oder Docomo für die Partnerschaft gewinnen. Aus anderen Branchen zählt die Open Handset Alliance auch NVIDIA, Intel, Qualcomm, LG und Ebay zu ihren Mitgliedern.
Ebenfalls nicht von der Partie ist der Computerhersteller Apple, die ebenfalls erst seit wenigen Wochen ein vergleichsweise revolutionäres Mobiltelefon mit eigener Software anbieten. Das Konzept dahinter dürfte vergleichbar sein, zudem Apple auch Dienste wie etwa Google Maps integriert, um das Angebot abzurunden. Man darf gespannt sein, wie sich Googles Bestrebungen im gleichen Markt hier in Zukunft auswirken. Deutlich wird hier in jedem Fall schon einmal, dass sich kaum Alternativen finden, die einen vergleichbaren Umfang erreichen.
Die heutige Ankündigung ist weitaus ambitionierter als jedes "Google Phone", über das die Medien in den vergangenen Wochen spekuliert haben. Unsere Vision ist vielmehr die, dass die heute bekannt gegebene Plattform Tausende verschiedener Handy-Modelle hervorbringen wird, erklärte Google-CEO Eric Schmidt.
Ziel von Google dürfte mit diesem Schritt insbesondere die Erweiterung des Werbemarktes vom stationären Internet in den mobilen Bereich sein. Auch dort sollen die Anwender deutlich enger mit der digitalen Welt verknüpft werden, was auch die Einbindung sogenannter Community-Plattformen wahrscheinlich macht. Der mit Apples iPhone eingeschlagene Weg, Internet im täglichen Leben allgegenwärtig zu machen, dürfte damit in Zukunft auf die Spitze getrieben werden.
[rl]