Nachdem die Nachfrage nach dem neuen Betriebssystem mit der Einführung zunächst einmal ernüchternd niedergeschlagen ist, erfreut sich Windows Vista nach nunmehr einem Jahr auf dem Markt zunehmender Beliebtheit. Insgesamt verkaufte Microsoft rund 88 Millionen Lizenzen und liegt damit im Vergleich zu Windows XP deutlich vorn. Vom Vorgänger wurde im gleichen Zeitraum nur lediglich 45 Millionen Exemplare an den Mann gebracht. Damit deckt sich dennoch die Erfahrung mit der Vergangenheit. Auch bei Windows XP lief die Nachfrage nur langsam an und steigerte sich erst mit zunehmender Verfügbarkeit am Markt.
Um eine wirkliche Entwicklung der beiden Betriebssysteme vergleichen zu können, sind die absoluten Verkaufszahlen jedoch nur beschränkt aussagekräftig. So ist es trotz größerer Verkaufszahlen denkbar, dass der relative Anteil des Betriebssystems am Markt im Vergleich zu XP deutlich geringer ist. Dies wäre auf den allgemein wachsenden Markt zurückzuführen. Allein im Notebook-Bereich rechnen die Hersteller derzeit mit jährlichen Absatzzuwächsen um 30 Prozent. Allein wenn all diese Systeme mit Windows Vista ausgestattet werden, dürfte es für Microsoft ein Leichtes sein, die sieben Jahre alten Zahlen des Vorgängers zu übertreffen. Unklar ist zum Beispiel, ob die Lizenzen nun tatsächlich nur bei den Herstellern schlummern, die sich auf den wachsenden Bedarf einstellen, oder ob die Zahl der Nutzer auch tatsächlich schneller wächst als bei XP.
In der Praxis werden sich wohl immer weniger Kunden einen PC mit Windows XP zulegen, sondern gleich das Vista nutzen. Mit dem für Februar erwarteten ersten Service Pack dürfte dieser Zuspruch noch deutlich werden, weil spätestens dann wohl die gröbsten Schnitzer in Vista beseitigt sein müssten.