Google könnten Gerüchten zufolge an der Übernahme von Skype interessiert sein. Der Voice-over-IP-Anbieter, der erst vor einigen Monaten vom Online-Auktionshaus Ebay aufgekauft wurde, ist der größte Dienstleister für die Internet-Telefonie weltweit. Klare Fakten zu den
Spekulationen sind derzeit leider rar, argumentiert wird mit gemeinsamen Investments von rund 21,7 Millionen US-Dollar in den spanischen Wi-Fi-Betreiber Fon, der über einen Zusammenschluss von privaten Anwendern ein flächendeckendes Funknetz für das Internet schaffen möchte. Als weiteren Grund führt man Googles Bestrebungen ins Feld, die aktuelle Marktmacht der Mobilfunkbetreiber durch die Handy-Plattform Android schwächen zu wollen.
Dass Ebay an einem Verkauf interessiert sein könnte, läge an der enormen Summe, die das Unternehmen zu seiner Zeit für den VoIP-Anbieter bezahlt hatte. So ließ sich Ebay den Einkauf rund 2,6 Milliarden US-Dollar kosten und stellte erst
letzten Monat fest, dass dieser Betrag wohl offensichtlich mit den Einnahmen von Skype nicht zu decken sein wird. Ob Google allerdings ähnliche Summen für das Unternehmen zahlen könnte, lässt sich nur schwer beurteilen.
Konkret ist es um die Faktenlage zu einem möglichen Kauf überaus dünn bestellt, sodass sich handfeste Aussagen kaum treffen lassen. Zieht man in Betracht, dass die aktuelle Strategie des Suchmaschinen-Riesen überaus vielschichtig ist, muss man einen Einkauf zumindest als denkbar einstufen. Bedenkt man aber, dass das Unternehmen weniger Dienste anbieten will, als vielmehr Inhalte und Informationen verwaltet, steht ein Bereich wie Voice-over-IP der Strategie eher entgegen. Nicht ohne Grund beschränkt sich Google mit Android auf das reine Handy-Betriebssystem und arbeitet mit großen Netzbetreibern wie T-Mobile zusammen. Kurzum: Skype wäre für Google sicherlich interessant, doch jede Aussage darüber hinaus entbehrt zum aktuellen Informationsstand jeder Grundlage.
[rl]