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  Google arbeitet an neuem Dienst für Online-Festplatten

Software | 28.11.2007, 10:19
Der Suchmaschinenbetreiber Google arbeitet Berichten zufolge an einem neuen Dienst, der Speicherplatz im Internet zur Verfügung stellen soll. Dabei können Anwender den Online-Speicher nutzen, um auf ihre Daten von jedem Computer und Handy weltweit zuzugreifen. Unter dem internen Namen "My Stuff" soll es dabei eine kostenlose Basis-Version geben und eine kostenpflichtige Variante mit deutlich mehr Speicherplatz. Außerdem spricht Google derzeit mit Anbietern von verteiltem Speicher, die das Konzept von Online-Festplatten auf das Filesharing-Konzept ausweiten.

Obgleich Google noch keine offizielle Bestätigung der Pläne herausgab, stellte das Unternehmen fest, dass das Segment Online-Speicher überaus wichtig für die Zukunft sein dürfte. Man könne schon innerhalb der nächsten Monate einen entsprechenden Dienst an den Start bringen. Spannend ist allerdings der erweiterte Konzept, dass wohl erst in größerer Ferne liegt: ein Verteilter Datenspeicher, der die Festplatten der Nutzer für alle gemeinsam nutzbar macht. Dabei sollen die Daten in kleinere Pakete geteilt und zusätzlich redundant auf die Teilnehmer aufgeteilt werden. Dadurch ließe sich zum Einen die Gefahr eines Datenverlustes durch defekte Vermeiden, andererseits ist man nicht von der Internet-Anbindung eines einzelnen Anwenders abhängig. Auch hier könnte das Konzept über kommerzielle Features zahlenden Kunden Vorteile durch mehr Kapazität versprechen.

Interessant dürfte das verteilte Konzept aber eher für den internen Gebrauch als für ein weltweites Speichersystem sein. So stellt eine defekte Festplatte noch immer ein erhebliches Risiko dar, wichtige Daten zu verlieren, das durch aufwändige Sicherungsmechanismen gemindert wird. Ein in der Form ausgebautes "RAID-System" würde diese Gefahr bei gleichzeitig effektiver Ausnutzung der Kapazitäten deutlich minimieren.

Kritisch beim Online-Speicher ist im jeden Fall die Frage nach der Privatsphäre. Google durchsucht bereits den Inhalt von Emails nach Schlagwörtern, um entsprechende Werbung zu schalten. Wie das Unternehmen den Nutzer glaubhaft machen will, dass die dort gespeicherten Daten absolut sicher liegen werden, dürfte eine wesentliche Frage für die Zukunft darstellen.

Allgemein können wir es keinem Anwender empfehlen, irgendwelche sicherheitskritischen Daten wie Kontoverbindungen, Adressen oder Passwörter auf fremden Speichern abzulegen. Vielmehr empfehlen wir hier verschlüsselte Speicher wie externe Festplatten oder USB-Sticks, wo der Zugriff problemlos kontrolliert werden kann. Interessant könnte der Google-Speicher-Dienst allerdings als Backup-Service für "weniger" private Daten wie Musik oder Bilder sein, die ja häufig schon jetzt über Online-Fotoalben der ganzen Welt offengelegt werden. Ansonsten lohnt es sich eventuell, die Daten vorher zu verschlüsseln, bevor sie bei extern gespeichert werden. Dabei ginge allerdings der Vorteil eines externen "Netzlaufwerks" verloren, weil die Daten immer erst wieder umständlich entschlüsselt werden müssen.

[rl]

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