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 Offizielles zu Intels X48-Merkmalen

Mainboards | 12.12.2007, 22:08
Er kommt vielleicht, er kommt nicht, er kommt doch. So waren die Meldungen der vergangenen Monate zu Intels X48-Chipsatz wohl zu deuten. Und wenngleich im September des Jahres ein solcher Chipsatz noch auf keiner Intel Roadmap zu finden war, so lagen die Pläne für den Chipsatz dann offenbar doch schon in der Schublade. Was man bislang über die Eckdaten erfahren durfte war, dass der X48 als aufgebohrter X38-Performance-Chipsatz daherkommt. Schwerpunkte sollten auf FSB1600 und DDR3-1600 liegen. Nun ist eine Intel-Präsentation im Web aufgetaucht, welche eine Gegenüberstellung zwischen X48 und X38 liefert. Dabei gibt es durchaus noch die eine oder andere Information zu erhaschen.

Ein neues Feature des X48, welcher den bisherigen Intel-Chipsätzen fehlt, ist der XMP-DDR3-Speichersupport. Hinter dem kürzel verbirgt sich prinzipiell aber nur eine ähnliche Funktion wie NVIDIAs EPP (Enhanced Performance Profile). Spezielle Tuning- und Performance-Parameter, auch Speicherspannungen, können in einem separaten Chip hinterlegt und von Boards mit entsprechender BIOS-Unterstützung ausgelesen werden. Es ist an dieser Stelle für uns schon ein wenig verwunderlich, dass Intel einem solchen Hype folgt.

Wie wir nicht anders erwartet haben, werden die X48-Mainboards zwar DDR3-1600 unterstützen, allerdings nur dann, wenn eine FSB1600 CPU im System steckt. Damit hätten wir aktuell einen CPU-Support für Prozessoren, welche Intel noch überhaupt nicht im Programm hat (im Desktop-Bereich) und von denen bislang auch noch keine Ankündigungen vorliegen. So bleibt für DDR3-1600 auf einem solchen Chipsatz aktuell nur die Möglichkeit des Übertakten, um DDR3-1600 oder höher betreiben zu können. Nichts anderes gilt derzeit auch für die P35 und X38 Hauptplatinen, wobei dort eben kein offizieller Chipsatzsupport von Intel besteht.

Jedoch scheint sich der Chipsatz mit den Speicherteilern schwer zu tun. Wie aus der Gegenüberstellung hervorgeht, kann im FSB1600-Betrieb lediglich DDR3-1600 oder DDR3-1066 angesteuert werden. Ein Support für DDR3-1333 fehlt unterdessen. Zur Preisgestaltung von DDR3-1600 (oder gar darüber) brauchen wir derzeit wohl kein weiteres Wort zu verlieren.



Man muss doch klar festhalten, dass bei einer derzeitigen Preisgestaltung von DDR3-Speichern und gar folgenden Intel Prozessoren mit FSB1600-Support, die fehlende Unterstützung von DDR3-1333 bei einem FSB1600 durchaus zu wünschen übrig lässt.

Intel gibt den Chipsatz als reinen DDR3-Chipsatz an - und das wird dann auch Intels Devise nach deren Validierung bleiben. Man darf allerdings davon ausgehen, dass es mit Sicherheit wieder Mainboard-Hersteller geben wird, welche den Chipsatz mit DDR2-Speicheranbindung koppeln werden. Mit diesem Schritt erreichen die Hersteller von Mainboards dann zwar wieder nichts im Hinblick auf die Ankurbelung des trägen und teueren DDR3-Speichermarktes, doch zumindest versucht man dort dann wieder in gewisser Weise den Absatz der teueren Mainboards an Enthusiasten zu sichern.

Der durchaus wesentlichste Hinweis in der Gegenüberstellung wurde bislang noch nicht angesprochen. Kommt ein DDR3-1600 Speicher zum Einsatz, so kann jeweils nur ein Modul pro Speicherkanal (maximal also zwei Double-Sided-Speicher) verwendet werden. Dieser Umstand, in Verbindung mit dem Hinweis, dass auch die Speicherspannung dann von 1,5V (+/- 5% Toleranz) auf 1,8 V (+/- 5% Toleranz) erhöht werden muss, macht überdeutlich, dass weder die hochtaktenden DDR3-Speicher, noch der Chipsatz ausgereift sind, bzw. auf diese Taktraten ausgelegt sind. Ganz offensichtlich kämpft man ab dieser Taktfrequenz mit Problemen bei den Signalen und Intel scheint es dem neuen, eigenen Chipsatz nicht zuzutrauen eine höhere Speicherlast durch mehrere Chips stabil bewältigen zu können. Dabei wollen wir die Spannungen erst einmal zurückgestellt lassen - die HighEnd-Produzenten von DDR3-Speicher scheren sich zurzeit ohnehin nicht um die Jedec-Angaben.

Fassen wir zusammen, was wir nun aktuell über den Chipsatz erfahren haben und bemerken objektiv und kritisch die Haken und Ösen und bedenken wir, dass dieser kommende "Performance-Chipsatz" nichts anderes unter der Haube haben wird, als offiziellen DDR3-1600 Support, die man durch Übertaktung erreichen muss und wohl in einem Preisgefüge deutlich über den P35 und X38-Chipsätzen spielen wird, so ist dies aus unserer Sicht ein Produkt, dass die Welt nicht braucht.
[pg]

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