Überraschend ist das Ergebnis wohl für niemanden mehr, der sich die letzten Jahre mit dem Internet beschäftigt hat. Dabei hat die
Studie diese Verschiebung wohl erstmals an konkreten Daten nachgewiesen und festgestellt, dass besonders die Zielgruppen, die verstärkt auf Onlinemedien vertrauen, weniger stark im Printbereich zu finden sind. Betrachtet wurde der Zeitraum von 2001 bis 2006 und festgestellt wurde, dass die Nutzergruppen von 25 bis 44 Jahren in diesem Zeitraum deutlich weniger um das traditionelle Printgeschäft geschert haben, sondern vielmehr schrittweise zu Onlineangeboten gewechselt sind. Aus den nicht neuen Erkenntnissen lässt sich durchaus ableiten, dass es für Verlage und Verleger, Zeitungen und Magazine viel zu tun gibt.
Wenn sich Printmedien mit der viel schnelleren Onlinewelt messen wollen, dann dürfte das Vorhaben wohl schon von vornherein zum Scheitern veruteilt sein. Vielmehr gilt wohl für die Zukunft, dass dieser Bereich sich selbst einen neuen Platz erarbeitet. Genauso, wie wohl so schnell niemand auf die Idee kommen wird, komplette Bücher online zu lesen, weil es am PC schlicht unbequem ist, dürfte sich auch für Zeitungen und Magazine in Zukunft ein Markt finden lassen — fern von schnelllebigen Onlinepublikationen.
Schon jetzt haben Onlineangebote täglich mit dem Druck der Geschwindigkeit zu kämpfen, die auf Dauer nicht nur Unmengen an Flaschinformationen und inkorrekter Schreibabfälle produziert, sondern auch dem Stand angesehener Journalisten langfristig schaden dürfte. Zeitungen genießen noch immer das Ansehen als vertrauenswürdige Quelle, was gerade im Internet zwischen allen Amateurangeboten ein nicht zu vernachlässigender Vorteil sein dürfte. Anwender werden sich also auch in Zukunft ihre Meinungen über die Berichte "offizieller" Fachleute bilden. Doch gerade hier kommt auch in Zukunft ein Printmagazin auf seine Kosten. Gesicherte Informationen, gut recherchierte Nachrichten und tiefgreifende Hintergrundeindrücke müssen sich nicht mit der Geschwindigkeit messen, die im Internet derzeit kursiert. Sie bleiben auch zwei Wochen später noch aktuell und werden nicht minder interessant.
Und so ist der Nachteil der "Geschwindigkeit" von Printmagazinen gleichzeitig ihr größter Vorteil. Man kann sich Zeit nehmen, um Sachen auf den Grund zu gehen. Man darf gespannt sein, ob sich die Verlage in Zukunft wieder auf diesen Vorteil besinnen werden.
[rl]