Die Überprüfungsmethode und der Fehler
Wir beschrieben also, wie man anhand eines handelsüblichen Multimeters nachmessen
kann, ob der Pin A2, in der Intel AGP 2.0 Spezifikation auch TYPEDET# genannt, mit Masse verbunden ist.

Wir haben an dieser Stelle sicher nicht das Rad neu erfunden, denn diese Methodik
zur Überprüfung wurde uns, wie im Artikel erwähnt, seitens des
Mainboardherstellers EPoX in einer Pressemitteilung an Hand gegeben. Recherchen, insbesondere das Lesen
der AGP2.0 Spezifikation, lies uns zudem immer
wieder auf die Beschreibung des A2-Pins treffen und wir zitierten aus den Spezifikationen
folgende Passage:
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"The
Universal connector will accommodate 3.3 volt signaling for
A.G.P. or 1.5 volt signaling for A.G.P. The motherboard or planar will need
to detect and supply the correct voltage for the signaling interface based
on TYPEDET#. For A.G.P. 3.3 volt signaling add-in cards, TYPEDET# is left
open. On an A.G.P. 1.5 volt signaling add-in card, TYPEDET# is hardwired to
ground."
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Und genau dieser Passus wiederlegt praktisch schon im Wortlaut, dass diese
Vorgehensweise eine sichere Methode darstellt, denn was wir nicht beachtet hatten:
Diese Vorschrift bezieht sich zwingend nur auf den Einsatz in AGP Universal
Slots!
Den Hinweis diesbezüglich lieferte uns die Technik-Abteilung von Hercules:
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"Regarding
Pin A2 signal, this pin signal is read only on AGP universalbus
(with no AGP 4X notch), and on AGP universal bus, our board switch to AGP
signals in 3.3 volts, you can read this spec on AGP 2.0 specs (chapters
4.3.5 and 4.3.6), so this Pin A2 signal is not relevant for a test on a non
universal AGP bus, as on DFI VC11, and as on other i845 motherboards.
The only conclusion
one can make from Pin A2 signal is that, on a AGP
universal bus (without the 4X notch), you use a 3.3 volts, but that is a signal
voltage only for an AGP universal bus, it is not the signal for a i845 or
i850 AGP bus."
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Eine erneute Prüfung der AGP2.0 Spezifikationen bestätigte dies auch.
Der AGP Universal Slot ist der einzige der AGP-Slots, welcher diesen PinA2 abfragt
und danach erkennt, ob er es mit einer 3.3V Grafikkarte, oder einer 1.5V Grafikkarte
zu tun hat. Im Umkehrschluss erkennt er aber darüber auch, ob es sich um
eine AGP4x Karte handeln kann, denn nur 1.5V Karten sind nach Spezifikation
AGP4x fähig.
Schlussfolgerungen und weitere Prüfungen
Die Frage, warum dieser PinA2 nicht grundsätzlich verbunden ist, was naheliegend
wäre, berücksichtigt man, dass die überwiegende Zahl an Mainboards
am Markt Universal-Slots aufweisen, blieb ungeklärt. Dies bedeutet letztlich
nichts anderes, als dass eine AGP4x fähige Grafikkarte mit einem 1.5V Signalpegel
und nicht verbundenem PinA2 in einer Platine mit Universal Slot lediglich als
AGP2x Karte erkannt und angesteuert wird.
Wir haben uns über diesem Punkt nochmals mit Herrn Dipl.-Ing. Christian
Reul, Brand Manager von Hercules Deutschland unterhalten. Herr Reul erklärte
uns bezüglich des nicht verbundenen A2-Pins bei Hercules Kyro II Grafikkarten
(3D Prophet 4500), dass die Karte
für den breiten Einsteigermarkt gedacht
war und man davon ausging, die größtmögliche Kompatibilität
im Falle eines Aufrüstens wahren zu können.
Im Hinblick auf unsere
Hercules
3D Prophet II GTS Pro, bei welcher der Pin A2 ebenfalls nicht verbunden ist
und die in unseren Testplatinen nur als AGP2x Karte erkannt wurde,
erklärte man uns, dass man anfänglich, aufgrund von Stabilitätsproblemen,
die Karten auch nur als AGP1x/2x Karten beworben habe und sogar Firmware-seitig
AGP4x deaktivierte. Diese Karte befindet sich zur Zeit noch in der Technik in
Frankreich zur Überprüfung. Eine Rückmeldung aus Frankreich liegt
uns dazu noch nicht vor. Gesichert auch ist der Umstand, dass neuere Karten
dieser Serie, gleich ob in der langen oder kurzen Bauform, durchaus auch mit
dem verbundenen A2 Pin aufwarten. Dies stellt jedoch letztlich nicht das hier
zur Debatte stehende Problem dar.
Fazit
Wie unser heutiger Artikel zeigt, war unser aufgezeigter Lösungsweg nicht
das, was wir uns versprachen. Definitiv lässt sich durch die Multimeter-Methode also nur folgendes herausfiltern:
- Ist der PinA2 (TYPEDET#) mit Masse verbunden, so handelt es sich mit absoluter
Sicherheit um eine 1.5V Grafikkarte.
- Ist der PinA2 (TYPEDET#) nicht mit Masse verbunden, so kann es sich um eine
1.5V fähige Grafikkarte handeln, es kann aber auch lediglich eine 3.3V
Grafikkarte sein.
Es gibt damit keine "simple" oder einfache Lösungsmöglichkeit,
herauszufinden, ob die vorhandene Grafikkarte zum Einsatz in i845/i850- und
nForce-Mainboards geeignet ist oder dies nicht. Wir können also nichts weiteres als
die nachfolgende Liste jener Grafikkarten zitieren, welche laut dem Grafikkarten-Hersteller
PowerColor
definitiv nicht 1.5V-fähig sind:
- alle nVidia Vanta, Vanta LT
- alle SiS 6326
- alle S3 Savage4 unterhalb der Revision 3.0
- alle 3dfx Grafikkarten (sind allerdings offiziell sowieso nicht AGP 4x)
Grundsätzlich beim Kartenhersteller nachfragen sollte man im Falle des
Falles besser bei allen AGP2x Grafikkarten, bevor man diese in die entsprechenden
i845-, i850- oder nForce-Platinen verbaut.
Peter, 24. November 2001