Der Intel i850 Chipsatz (Rückblick)
Wir brauchen im Prinzip über den i850 Chipsatz wirklich nicht
mehr viel zu sagen. In diversen Berichten sind wir
schon vielfach auf seine Feinheiten eingegangen. Im Hinblick auf seine Eckdaten
wollen wir lediglich noch einmal zwei wichtige Punkte ansprechen.
Die zum Einsatz kommenden Southbridge mit
Namen ICH2, welche auch schon dem i815 Chipsatz zur Seite stand, verfügt über 8
Int-Leitung (die meisten Chipsets verfügen lediglich über 4), was sich sehr
positiv auf den Bereich Hardwareressourcen auswirkt. Die maximale Bestückung der
32bit busmasterfähigen PCI-Slots beträgt 6. Gewährt man nun einem Mainboard mit
8 Int-Leitungen genügend Ressourcen durch die Deaktivierung nicht benötigter
OnBoard Komponenten im BIOS (z.B. serielle oder parallele Schnittstellen), so
ist es realisierbar, jedem der 6 PCI-Slots einen eigenen IRQ zuzuordnen, ohne dass
entsprechende Steckkarten in diesen Slots untereinander einen IRQ sharen
(teilen) müssen!
Das zweite wesentlich Detail hat dann
gleich etwas mit Performance zu tun. Die Anbindung des MCH (Memory Controller
Hub) an den Speicher erfolgt mit 3 GB/s, derzeit nur zu realisieren
durch die seitens Intel verwendete Dual Channel Rambusarchitektur.
Ein wesentlich zu beachtender Punkt: Die Dual Channel Rambus Architektur
funktioniert allerdings ausschließlich durch den Einsatz von zwei RDRAM Modulen
gleichzeitig und dies auch nur mit 3 GB/s, wenn PC800 RDRAMs zum Einsatz
kommen. Jedes PC800 Modul für sich ist nur in der Lage, max. 1.5 GB/s
Speicherdurchsatz liefern zu können. Dieser zu beachtende Punkt ist aber
letztlich nicht nur ein Hinweis, sondern eine Pflicht, denn i850 Platinen sind
mit lediglich einem Modul nicht funktionstüchtig.
Manchmal trifft man auch auf den Hinweis,
dass RDRAM Motherboards auf Basis des i850 Chipsatzes nur zur voller Leistung
bei Bestückung von allen 4 Speicherbänken fähig sind. Blanker Unsinn! Rein die
Bestückung aller 4 Speicherbänke ist zwingend erforderlich. Da dies jedoch wenig
praxisnah und zu teuer wäre, half man sich hier mittels sogenannten
Abschlusswiederständen aus (Blindmodule), welche bei der RDRAM Bestückung von
lediglich 2 DIMM-Sockeln in die verbleibenden 2 weiteren Sockel gesteckt werden.
Zu beobachtende Leistungssteigerungen bei der Bestückung von allen 4 RDRAM
Sockeln mit entsprechenden Speichermodulen sind letztlich nur auf höhere
Speichermenge zurückzuführen, nicht aber auf den Umstand der Vollbestückung
zurückzuführen.