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Den Pentium 4 Prozessor gibt es ja nun bereits eine ganze Weile, doch wurde dieser bis vor wenigen Wochen ausschließlich durch die hochpreisigen Rambus-Plattformen mit Intels eigenem i850 Chipsatz unterstützt. Um das Segment nach unten abzurunden, präsentierte Intel schließlich den i845 Chipsatz mit SDR-SDRAM Support. Anfang des kommenden Jahres soll es dann ebenfalls einen i845 Chipsatz mit DDR-SDRAM Support geben. Hersteller VIA schickt mit dem Apollo P4X266 Chipsatz bereits jetzt eine DDR-SDRAM Basis für den Pentium 4 ins Rennen, jedoch gab es bis dato lediglich Ergebnisse mit VIAs eigener Referenzplatine.
Wir könnten dem Review eigentlich auch die Überschrift "Stein des Anstoßes" geben, betrachtet man sich die jüngsten Streitigkeiten zwischen Intel und VIA. Über Monate hinweg kündigte VIA an, einen Pentium 4 Chipsatz bauen zu wollen. Das Problem daran war lediglich, dass man offiziell keine Pentium 4 Lizenz seitens Intel besaß. VIA zeigte sich davon mehr als unbeeindruckt, releaste ihren P4X266 Chipsatz und zwang Intel damit natürlich zum Handeln. Es folgte eine Klage seitens Intel, dann eine Gegenklage seitens VIA. So streitet man sich momentan noch immer und das Ende ist dabei ungewiss.

Es stellte sich vielen die Frage, warum denn Intel letztlich nicht mit dem P4X266 Chipsatz einverstanden war, wäre er doch eine günstige Alternative zur breiteren Etablierung von Pentium 4 Prozessoren. Die einen meinen dabei, dass Intel sich dieser Konkurrenz gerne entledigen würde, stelle dieser Chipsatz doch möglicherweise eine bessere Alternative zu den eigenen Pentium 4 RAMBUS und den SDR-RAM Chipsätzen dar. Dies ist aus unserer Sicht bislang lediglich Spekulation, denn ein wesentlicher Umstand wurde nicht berücksichtigt, nämlich jener, dass die Chipsatzhersteller ALi und SiS ebenfalls Pentium 4 Chipsätze herstellen und dazu eine Lizenz seitens Intel erworben haben. Also ist es letztlich nicht die DDR-SDRAM Konkurrenz, die Intel fürchtet.
Halten sich die meisten Mainboardhersteller momentan noch bedeckt, was die Vorstellung von Platinen basierend auf diesem strittigen P4X266 Chipsatz betrifft, ist es nun überraschend Shuttle, welche mit ihrer Spacewalker AV40 das erste Serienmainboard mit VIA P4X266 Chipset im Markt einführte.
![Shuttle Spacewalker AV40 [VIA P4X266]](/images/reviews/2001/shuttle_av40/intro.jpg)
Der taiwanesische Hersteller Shuttle Inc. befasst sich seit 1983 mit der Herstellung von Motherboards und PC-Erweiterungskarten, wobei zwischenzeitlich der Bekanntheitsgrad deutlich im Bereich Mainboards zu finden ist und diese Platinen wiederum vorwiegend im OEM-Geschäft zum Einsatz kommen. Im Mainstreamsegment zählt Shuttle bislang wohl eher zu den unbekannteren Herstellern, weshalb wir auch von "überraschend" sprachen. Wie sich aus den Produktbezeichnungen bei Shuttle ablesen lässt, hat ganz offensichtlich VIA bei der Entwicklung der Platine tatkräftig Unterstützung geleistet.
Wir für unseren Teil wollten uns natürlich selbst ein Bild machen, wie leistungsfähig ein Serienmainboard auf Basis des P4X266 ist, denn es fanden sich bisher überwiegend nur Ergebnisse der VIA Referenzplatine in diversen Test in On- und Offline-Publikationen. Damit konnten wir natürlich nicht ablehnen, als uns die Fa. PC99 kontaktierte und uns die AV40 zum Test anbot. Unser Dank gilt an dieser Stelle damit PC99, welche uns mit den nötigen Testmustern versehen hat, um diesen Bericht präsentieren zu können. Gleichzeitig begrüßen wir PC99 auch herzlich in unserem Händler-Pool.
