Nachtrag vom 13. September 2002
Ein regelrechtes Deja vu: Gerade hatten wir einen Artikel zu einem nagelneuen Chipsatz veröffentlicht und eine Stunde später flattert dann das Datenblatt zu eben jenem Chipsatz ins Haus. Wir erlebten gleiches beim MSI KT3 Ultra2 mit VT8235 Southbridge.
Nun ist ein kleines Update durch die erhaltenen Informationen allerdings unumgänglich, denn das Datenblatt hielt einige interessante Dinge für uns bereit. Wir hatten an verschiedenen Stellen des Berichtes auch der irrigen Annahme unterlegen, dass dem Hersteller ASUS an dem einen oder anderen Punkt ein kleiner Patzer im BIOS unterlaufen sei, aber weit gefehlt. ASUS hat alles richtig gemacht, eben nach den Vorgaben VIAs.
Kommen wir noch einmal auf die Speichertimings zu sprechen. Wer unseren Bericht aufmerksam gelesen hat, wird sich erinnern, dass bei der Anwahl der DDR400 Option nicht mehr alle Speichertimingoptionen im Bereich tRP, tRCD und tRAS zur Verfügung standen.
| BIOS
Optionen |
ASUS
A7V8X |
| Speichertakt |
Auto
/ 266 / 333 / 400 |
| CAS
Latency |
2.0
/ 2.5 |
| tRAS
(Active to Precharge Delay) |
DDR266/333: 6 / 7
DDR400: 8 / 10 |
| tRP
(RAS Precharge) |
DDR266/333:
2 / 3
DDR400: 2 / 4 |
| tRCD
(RAS to CAS Delay) |
DDR266/333:
2 / 3
DDR400: 2 / 4 |
| Bank
Interleave |
Disabled
/ Auto / 2 / 4 |
| DRAM
Command Rate |
Auto
/ Enabled / DIsabled |
| DRAM
Burst Length |
4
/ Auto |
Bei Autoerkennung schaltete das A7V8X ebenfalls automatisch auf 4 Takte im Bereich der tRP und tRCD, sowie 10 Takte bei der tRAS. Ein BIOS Fehler? Nein. Nach den uns vorliegenden Papieren ist der KT400 nicht in der Lage, im DDR400 Mode für die besagten Timings Taktungen von 3 anzubieten und auch nicht bei der tRAS geringere als die genannten Werte zu liefern. Im einzelnen sind folgende Kombinationen möglich:
|
Precharge
Command to Active Command Period
0 tRP =
2T(DDR333) 2T(DDR400)
1 tRP = 3T(DDR333) 4T(DDR400) default
|
|
Active
to CMD
0 tRCD
= 2T(DDR333) 2T(DDR400)
1 tRCD = 3T(DDR333) 4T(DDR400) default
|
|
Active
Command to Precharge Command Period
0 tRAS
= 6T(DDR333) 8T(DDR400)
1 tRAS = 7T(DDR333) 10T(DDR400) default
|
Darüber hinaus bemängelten wir, dass wir bei einem 166 MHz FSB Takt keine DDR400 Wahloption mehr hatten. Und auch hier irrten wir, als wir einen BIOS Fehler unterstellten, denn eben auch jener Punkt resultiert offensichtlich aus den Chipsatzpapieren:
|
Bits
|
CPU
|
DRAM
|
|
7-6
|
Frequency
|
Frequency
|
|
00
|
100
133
166
|
100
133
166
|
|
01
|
100
133
|
133
166
|
|
10
|
100
133
|
100
(DDR400)
|
|
11
|
100
|
166
|
Wie nun klar wird, bietet VIA lediglich bei einer Taktung von 100 oder 133 MHz (DDR) FSB einen Speichertakt von DDR400 an. Was müssen wir darauf ableiten? Nun, aus den zuletzt gelieferten Informationen ist abzuleiten, dass auch die kommenden AMD Prozessoren mit 166 MHz FSB keinesfalls von der DDR400 Option des VIA KT400 profitieren können, denn sie ist dann schlicht nicht vorhanden.
Und aus den zu Beginn gelieferten Optionen sollte klar werden, dass der derzeitige KT400 im DDR400 Mode nicht die Performance eines KT400 im DDR333 Mode erreichen wird, eben weil die Speichertimings zu moderat eingestellt wurden. Unter dem Strich untermauert das Datenblatt bereits unsere Schlussfolgerungen des Berichtes. Mit diesem Chipsatz macht DDR400 definitiv keinen Sinn, als erweiterter Chipsatz im DDR333 Mode darf er sich im Bereich Performance zu seinem bisherigen Vorgänger KT333 einreihen.
Noch ein abschließendes Wort: Der KT400 von VIA wird sich durchsetzen, denn VIA hat den KT333 zum Ende dieses Monats aufgekündigt. Es wird dann zwar noch eine Weile Restbestände geben, bis zum Jahresende dürfte sich jedoch niemand mehr nach einem KT333 im Retail Markt erkundigen, falls es überhaupt so lange dauert.