3D-Benchmarks (Fortsetzung)
VI. Return to Castle Wolfenstein

Deutlich kann sich der übertaktete Vertreter hier nur in der 1600x1200 High Quality Auflösung absetzen, wobei deutlich rund 4.6 % bedeutet. Dieses Resultat ist aber weder unter der 1280er, noch unter der 1024er Auflösung zu wiederholen. Als reguläre, handelsübliche Karte, kann das MSI-Produkt aber wiederum die Referenzwerte knapp überbieten.
Auswirkungen der Speichertimings
Wir mussten in unseren Benchmarkserien feststellen, dass unser MSI-Testmuster teilweise die erreichten Ergebnisse unserer GF4 Ti4600 Referenzkarte, heruntergetaktet auf Ti4400 Takt, überragte. Die Unterschiede waren einmal deutlicher, einmal weniger deutlich und beliefen sich im Bereich von 0,4 % bis hin zu runden 4 % im Maximalfall.
Eine mögliche Erklärung dafür fanden wir in den Spezifikations-Blättern des Speicherherstellers. Samsung bietet seine BGA-Speichermodule mit verschiedenen Zugriffszeiten an, ausgelegt auf verschiedene Taktungen.
| Frequenz | CL | tRC | tRFC | tRAS | tRCDRD | tRCDWR | tRP | tRRD | tDAL |
| 350 MHz (2.8ns) | 5 | 20 | 22 | 14 | 7 | 5 | 6 | 4 | 9 |
| 300 MHz (3.3ns) | 5 | 17 | 19 | 12 | 6 | 4 | 5 | 3 | 8 |
| 275 MHz (3.6ns) | 5 | 16 | 18 | 11 | 5 | 3 | 5 | 3 | 8 |
Während auf unserer Ti4600 Referenz der notwendige 2.8ns Speicher von Samsung zum Einsatz kam, wartete die MSI-Karte natürlich hier lediglich mit dem ausreichenden 3.6ns Speicher auf. Betrachten wir uns nun aber die Speichertimings, welche für die entsprechenden Chips vom Hersteller spezifiziert wurden, wird deutlich, dass die GeForce4 Karten der 4400er Serie und den 3.6ns Chips mit schnelleren Speichertimings gefahren werden.
Dies ist nicht verwunderlich und wir kennen dies nur allzu gut von der normalen Speicherwelt, beispielsweise von DDR266 bzw. PC2100 Hauptspeicher auf aktuellen Mainboards. Ein PC2100 Speicherriegel der Spezifikation 2.5-3-3 für den 133 MHz FSB Betrieb ist zumeist im PC1600 Bereich (FSB 100 MHz) mit 2-2-2 Timings spezifiziert. Die spezifizierten Werte werden ins EEPROM des Speicherriegels einprogrammiert und die Hauptplatine liest diese Werte beim Systemstart aus, um das Speichermodul entsprechend korrekt ansteuern zu können.
Bei den Grafikkarten verhält es sich ähnlich und doch herrschen letztlich doch wieder andere Umstände: Während wir bei Hauptplatinen noch auf der BIOS-Ebene tweaken oder übertakten und dort die Wertigkeiten manuell verändern können, so haben wir diese Eingriffsmöglichkeit bei einer Grafikkarte nicht. Eine Ti4600 meldet sich als solche beim Systemstart an und etwaig im nachhinein im Betriebssystem vorgenommene Taktveränderungen am Speicher- oder GPU Takt wirken sich damit nicht mehr auf die Speichersettings der RAM-Chips aus.
Damit ergibt sich als greifbare Erklärung für unsere Differenzen folgendes: Die unsererseits auf Ti4400 Niveau heruntergetaktete Referenzkarte GF4 Ti4600 behält ihre moderateren Speichersettings, welche für einen Speichertakt bis 350 MHz (DDR) vorgesehen sind bei und kann daher nicht ganz mit den Resultaten der regulären GF4 Ti4400 mit 3.6ns Speicher und deren schnelleren Timings mithalten.
Damit kann sich natürlich im Umkehrschluss auch erklären, weshalb eine übertaktete MSI G4Ti4400, welche nicht ganz auf Ti4600er Niveau getaktet wurde, dennoch mit den Ergebnissen dieser Karte mithalten kann.