Die nForce2 Soutbridge: MCP-T (Fortsetzung)
III. APU (Audio Processor Unit)
Kommen wir zu einem weiteren interessante, aber auch schon vom nForce1 bekannten Merkmal, der integrierten Soundlösung, genannt APU (Audio Processor Unit). OnBoard Soundlösungen konnten in der Vergangenheit nie so recht überzeugen. Für (Klang-)anspruchslose Anwender war sie eine nette Zugabe und ersparte dort eine separate Soundkarte. Die bisherigen Lösungen hatten in der Regel mit schwachen Basswiedergaben und klirrenden Höhen zu kämpfen, zudem wurde der Prozessor relativ stark beansprucht, was gerade im Spielbereich auch schon einmal zu Einbussen in der 3D-Performance führen konnte.
Gerade hier hatte nVIDIA mit der APU beim nForce gezeigt, wie man OnBoard Soundlösungen korrekt umsetzt. Inzwischen fanden sich höherwertige Audio-Chips wie jene von C-Media auf verschiedenen Hauptplatinen wieder, doch konnte keine dieser Lösungen so überzeugen, wie die APU im seinerzeitig vorgestellten MCP-D.
![nVIDIA nForce2 [ASUS A7N8X & Leadtek K7NCR18D Pro]](/images/reviews/2002/nforce2/apu.jpg)
Die APU ist in der Lage, Dolby Digital 5.1 Streams in Echtzeit (Realtime) zu encodieren und bietet zudem alle DirectX 8.0 Audio Funktionen in Hardware. Standards wie EAX, EAX2 und I3DL2 Reverb werden ebenso geboten wie der Support von 2, 4 oder 6 Lautsprechern. Zusätzlich werden hardwareseitig auch 192 2D- und 64 3D Stimmen unterstützt. Die Featureliste ist damit aber noch nicht komplett, sie liest sich aber jetzt schon wie die Ausstattungsmerkmale hochwertiger separater Soundkarten.
IV. Ressourcen
Im Bereich Ressourcen könnte die Betrachtung der gesamten Feature Palette vermuten lassen, dass es beim nForce2 knapp zugeht. Schließlich rundet der MCP-T sein Angebot mit Merkmalen wie 3 IEEE1394 Firewire Ports sowie 6 USB 2.0 Ports ab. Und all diese genannten Features, oder nennen wir sie an dieser Stelle einmal Geräte, beanspruchen für sich einen IRQ.
Doch der Hersteller hat von Anfang an hier gute Arbeit geleistet und den MCP-T mit 7 nachvollziehbaren Interrupt-Leitungen ausgestattet. Nachvollziehbar schreiben wir darum, weil wir lediglich 7 nachstellen konnten, jedoch vermuten, dass auch der nForce2 über 8 Leitungen verfügt. Leider liegen uns keine Chipsatzpapiere vor, so dass wir unsere Vermutung nicht überprüfen können. Bleiben wir bei der weiteren Betrachtung daher bei den gesicherten 7 Leitungen.
![nVIDIA nForce2 [ASUS A7N8X & Leadtek K7NCR18D Pro]](/images/reviews/2002/nforce2/geraetemanager_int.gif)
Bei der Vergabe / Belegung treffen wir allerdings Einschränkungen an, wie sie uns bereits von SiS und VIA Chipsätzen mit mehr als 4 Interrupt-Leitungen bekannt sind. So können die maximal 5 möglichen PCI-Slots jeweils nur den INT-Leitungen A# bis D# zugewiesen werden. Die OnBoard Features wie APU, Firewire, USB 2.0 und LAN können hingegen auf den erweiterten INT-Leitungen E# bis G# untergebracht werden. Je nachdem wie geschickt der Mainboardhersteller nun die Verdrahtung der Interrupt-Leitungen vornimmt, kann er dadurch etwaigen Ressourcenproblemen im Alltagseinsatz bereits vorbeugen Wer sich näher mit dem Thema Interrupt-Leitungen bzw. IRQs befassen möchte, sollte einen Blick in unseren entsprechenden Technik-Artikel hierzu werfen.
Alles in allem können wir zusammenfassend sagen, dass es höchst beachtlich ist, was nVIDIA hier auf dem Papier präsentiert. Ein hoch integrierter Chipsatz der einiges an Erwartungen weckt und mit einer Fülle an Merkmalen ausgestattet, die derzeit ihresgleichen suchen. Begeben wir uns also in die Praxis und prüfen ob unsere Testkandidaten halten, was der Chipsatz verspricht.