Speichertimings & Speichersettings
Die Zeit in welcher der Anwender die richtigen Speichertimings für RAM Module selbst ausloten und im BIOS einstellen mussten, gehört praktisch seit der Einführung von SDR-SDRAM Modulen der Vergangenheit an. Seit SDR-SDRAM finden sich auf den Speichermodulen sogenannte EEPROM (Electrically Erasable Programmable Read Only Memory) Bausteine wieder, oder genauer SPD-EEPROMs (Serial Presence Detect).

Dort legt der Modulhersteller alle benötigten Informationen zum Speicher und seinen Timings ab. Der Begriff SPD (Serial Presence Detect) dürfte den meisten Lesern geläufig sein, findet man eben diese Option fast in jedem BIOS von aktuellen Mainboards unter den Speichersettings wieder. Ist diese Option dort aktiviert, dann liest das BIOS die entsprechenden Timings des Speichermoduls aus dem EEPROM Chip aus und steuert das Modul entsprechend diesen Angaben korrekt an. Die korrekte Funktion setzt allerdings auch eine saubere Programmierung des EEPROMs, aber auch des BIOS voraus. Eben mit jener Automatik wird es dem Anwender erspart, sich mit der heutigen Vielfalt von Speichertimings und -settings auseinander zu setzen.
Allerdings ist es auch möglich, diese vorprogrammierten Settings manuell zu überschreiben und zwar durch Deaktivierung der SPD-Erkennung im BIOS und manueller Anwahl der einzelnen, separaten Optionen. Es finden sich kaum Motherboards im Markt, welche auf das Mainstreamsegment ausgerichtet sind und keine manuellen Einstellungsoptionen der Speichertimings bieten. Unterschiede finden sich oftmals nur in der Vielfalt der anzutreffenden Optionen.

Derzeit am Markt erhältliche Speichermodule der PC2100 Spezifikation (und auch PC2700) gibt es offiziell lediglich mit 2.0-3-3 oder 2.5-3-3 Timings. Dennoch zeigte sich in der Vergangenheit so gut wie jedes PC2100 Modul von namhaften Herstellern in der Lage, bei spezifiziertem FrontSideBus (FSB) von 133 MHz mit 2.0-2-2 Timings betrieben zu werden. Damit bewegt man sich zwar außerhalb der Spezifikation des jeweiligen Speicherriegels, dennoch trösten sich die Anwender über diesen Umstand mit der dadurch gewonnenen Mehr-Performance hinweg.
Erste eigene Test mit einem DDR-SDRAM Speicher der PC2700 Spezifikation enttäuschten uns aber, denn bei 166 MHz FSB waren schärfste Speichertimings lediglich noch bei inakzeptabler Speicherspannungserhöhung möglich. Da allerdings seit diesem Zeitpunkt wieder einige Monate verstrichen sind, wollten wir prüfen, in wiefern sich hier eventuell eine Besserung zeigte, bedingt durch bessere Verfügbarkeit entsprechender Chips, möglicherweise auch durch verbesserte Herstellungsverfahren.
Viele Anwender, welche sich eben noch nicht mit diesen manuellen Timings befasst haben, werden sicherlich schon häufig über solche Angaben gestolpert sein wie "Infineon PC2100 Speicher 256 MB @ 2-2-2-5-1". Bei diesen Zahlen handelt es sich um Taktzyklen, welche im BIOS bei den Optionen tCL, tRCD, tRP und tRAS sowie der DRAM Command Rate manuell angewählt wurden. Allerdings sind diese Angaben nicht selbsterklärend und wir wollen nachstehend versuchen, diese Optionen und ihre Funktion vereinfacht zu erläutern. Dazu bedarf es allerdings auch einiger Erläuterungen zur grundlegenden Funktionsweise und Aufbau von Speichermodulen. Wir werden versuchen, dabei nicht allzu technisch zu werden.
Anmerken müssen wir allerdings noch, dass wir uns bei allen folgenden Betrachtungen, insbesondere auch bei den technischen Erläuterungen auf DDR-SDRAM und nicht auf SDR-SDRAM beziehen. Die Unterschiede, gerade im Bereich der Technik, sind zwischen diesen beiden Speicherarten nicht von der Hand zu weisen.