Intro
Moderne Prozessoren glänzen nicht nur durch immer mehr Geschwindigkeit und höhere Frequenzen, sondern leider auch durch immer größere Verlustleistungen. Trotz immer kleinerer Strukturbreiten und optimierten Prozesssordesigns erreichen heutige CPUs Spitzenleistungen von über 70 Watt. Rechnet man noch die kleine DIE-Größe von z.B. 129 mm² beim Athlon XP mit hinein, kommt man auf eine Wärmedichte von einem halben Megawatt pro Quadratmeter (500 000 Watt/m²). Jeder Kochplattenhersteller würde sich über solche Traumwerte freuen :-). Wenn die CPU dann noch entsprechend übertaktet ist, sind 100 Watt ohne Probleme zu erreichen. Als Faustregel kann man sagen, dass die Abwärme quadratisch mit der Erhöhung der Versorgungsspannung steigt.

Bis vor wenigen Jahren reichte es aus, eine CPU mit einer Kühlkörper-Lüfter-Kombination für 6€uro - 10€uro auszurüsten. Hauptsache, es wurde etwas Luft über den Prozessor gefächelt. Inzwischen erreichen die Lüfter Ausmaße von bis zu 80 mm, Standard sind derzeit 60 mm. Die Masse der Kühlkörper hat sich bei den HighEnd Modellen durch Verwendung von Kupfer anstatt des schlechter wärmeleitenden Aluminiums teils über die 500 g Marke geschoben. Dies macht neue Befestigungssysteme notwendig, da sich beim Transport oder gar schon bei der Montage die Plastiknasen des Sockels verabschiedeten.
Um die heutigen Lüftermonster (z.B. Deltalüfter mit über 7000 U/min) mit entsprechender Frischluft zu versorgen, sind oftmals ein oder auch zwei zusätzliche Gehäuselüfter notwendig. Weiterhin muss die warme Luft auch noch aus dem Gehäuse herausgeführt werden, so dass sich nicht nur die Kühlleistung erhöht, sondern auch im erheblichen Maße der Lärmpegel.
Was kann man nun noch verbessern? Die Lüfter noch schneller machen, würde das Lärmniveau auf "absolut unerträglich" steigern. Andere Kühlkörpermaterialen würden auch nichts bringen, da mit Kupfer bzw. Silber (Noisecontrol Silverado) bereits die besten Wärmeleiter verwendet werden. Das Design der Kühlkörper ist auch bereits derartig optimiert, dass große Steigerungen nicht zu erwarten sind.
Was bleibt nun noch übrig? Das wärmeabführende Medium. Bisher hat man das einfachste und am leichten verfügbarste Medium Luft genommen. Luft ist aber nicht gerade als guter Wärmeleiter bekannt. Was liegt also näher, als ein dichteres Medium zu probieren, was entsprechend auch mehr Wärme transportieren kann. Zum Beispiel Wasser. Wasser ist ungefährlich, leicht erhältlich und auch sonst recht problemlos in der Handhabung und hat eine 30fach bessere Wärmeleitfähigkeit als Luft. Hier einmal eine kurze Übersicht über die Wärmeleitkoeffizienten (je größer desto besser) verschiedener Materialen.
| Stoff | Wärmeleitkoeffizient in W/mK |
| Aluminium | 234 |
| Kupfer | 398 |
| Silber | 429 |
| Wasser | 0,6 |
| Luft | 0,02 |
Damit sind wir beim Thema angelangt, welches in den vergangenen Monaten immer mehr an Interesse und Fragen aufgeworfen hat: die Wasserkühlung. Gerade weil sich auch verstärkt Rückfragen in diesem bislang noch eher seltenen Bereich des Cooling eingestellt haben, haben wir uns dazu entschlossen, uns mit dem Thema einmal näher auseinander zu setzen. Dazu haben wir uns zwei verschiedene Wasserkühlungen angesehen und diese einem vorhandenen Referenzsystem gegenübergestellt.
Unser Dank gilt an dieser Stelle den Firmen Listan und Watercool, welche uns mit den beiden Testmustern ausgestattet haben.

