Intro
Die heutigen Prozessoren erreichen immer schneller neue Geschwindigkeits- und Taktrekorde. Allerdings werden diese Steigerungen durch eine immer größere Wärmeentwicklung erkauft. Spätestens seit Pentium-Zeiten besitzen Prozessoren einen Kühlkörper mit einem immer schneller drehenden und lauteren Lüfter. Fällt der Lüfter aus oder ist er zu schwach, kann das zu Abstürzen oder sogar bleibenden Schäden an der CPU führen.
Deshalb ist seit mehreren Jahren auf den Mainboards unter dem Sockel ein Temperatursensor angebracht, der im BIOS oder mit entsprechender Software aus gelesen werden kann. Allerdings ist diese Messmethode relativ ungenau, da meistens der Sensor die Unterseite des Prozessors nicht berührt und der Prozessorkern (das "Die") sich auf der Oberseite des Trägermaterials befindet. Fällt der Lüfter aus, steigt die Temperatur so schnell an, dass der untere Fühler nur sehr verzögert reagiert und der Rechner in den meisten Fällen schon abgestürzt ist. Im folgenden Bild ist ein exemplarischer Sensor eines MSI K7N420 Pro abgebildet.

Aus diesem Grund implementierte erstmals 1997 Intel in seinen Pentium II eine interne Temperaturdiode, welche Auskunft über die tatsächliche Temperatur des Prozessorkerns gibt und über zwei Prozessor Pins ausgelesen werden kann. Dies hat folgende Vorteile, die Temperatur wird direkt dort gemessen wo die Wärme auch entsteht, die Messungen werden vergleichbar für verschiedene Mainboards und die Änderungen der Temperatur werden auch wesentlich schneller festgestellt. Im Pentium4 ist sogar eine automatische Schutzfunktion implementiert, die den Prozessor bei Überhitzung intern herunter taktet, so dass keine Einschränkungen außer einer geringeren Performance auftreten.
Die Prozessoren von AMD besitzen ja seit jeher eine größere Abwärme als vergleichbare Intel CPUs, was sich erst mit dem Pentium 4 auf Williamette Basis zum negativen hin relativiert hat. Hier würde also dieses Merkmal besonders positiv machen, da man in diversen Foren von zerstörten AMD CPUs lesen kann, bei denen der Kühler nicht richtig aufsaß oder der Lüfter ausgefallen war. AMD zog nach und präsentierte erstmals mit dem Athlon 4 Mobilprozessor eine solche Lösung. Der Serverprozessor Athlon MP und der bekannteste Vertreter der "Palomino-Familie", der Athlon XP besitzen ebenfalls diese Funktion.
Status Quo
Es sollte damit also nun möglich sein, dass entsprechende AMD Prozessor basierende Mainboards ebenfalls die korrekte Prozessor Temperatur der AMD CPUs mit Palomino Cores auslesen und anzeigen. Dies ist allerdings nur die Theorie. Nun zur entscheidenden Frage: "Warum ist dann eine extra Schaltung nötig?". Aus uns nicht bekannten Gründen befindet sich, bis auf wenige Ausnahmen, auf keinem modernen Board eine Ausleseschaltung zur Messung der Temperatur mittels der internen Diode. Eine dieser Ausnahmen ist das Siemens Mainboard D1289, was über exzellente Systemüberwachungs- und Lüfterregelungsmechanismen verfügt. Allerdings sind die Leistungswerte dieses Mainboard alles andere als überzeugend und schwer erhältlich ist es zudem auch noch.
Die andere uns bekannte Alternative ist das ASUS A7V266-E, welches auf dem VIA KT266A basiert. Dort befindet sich ein Jumper, mit welchem das Mainboard in die Lage versetzt werden soll die interne Diode auszulesen. Allerdings wurde bereits im Review des A7V266-E aufgezeigt, dass derzeit die Auslesefunktion nicht einwandfrei funktioniert. An verschiedenen Stellen wurde sogar darüber berichtet, dass ASUS diese Möglichkeit per neuerem BIOS deaktiviert hat. Dies ist jedoch nur Spekulation und wir wollen uns in diesem Bericht um Fakten kümmern.

Fakt ist, dass es mit gewissem Aufwand durchaus möglich ist, die interne Temperatur Diode der AMD Prozessoren auszulesen. Fakt ist, dass es in den wenigsten Fällen bislang auf verschiedensten Hauptplatinen geschieht. Wir werden nachstehend eine Möglichkeit anhand geben, wie man entsprechende Platinen "nachrüsten" könnte. Dazu müssen wir allerdings zum Verständnis, was dort genau geschieht, erst ein wenig tiefer in die Materie einsteigen.