Prozessorbesonderheiten (Fortsetzung)
Ein wirklich interessantes Feature der Athlon 64 Prozessoren (nicht FX), nennt sich Cool’n’Quiet. AMD macht dabei keinen Hehl daraus, dass es sich hierbei eigentlich um PowerNow!, einer Energiespartechnik aus der AMD Mobile-Prozessoren Schiene handelt.
Der Grundgedanke ist sehr simpel: Sofern ein Desktop System sich im Idle Mode befindet, weil es gerade nicht arbeiten muss, oder aber Arbeiten ausführt, welche niedere Systemleistungen benötigen (z.B. Briefe schreiben), warum sollte es dann auf vollem CPU-Takt und damit erhöhtem Energieverbrauch arbeiten? Eine Verschwendung, sicherlich. Und so setzte AMD diese Überlegung bei den Athlon 64 Prozessoren in die Tat um und was herauskam, ist ein, wie wir meinen, cooles Feature.
Doch was sich in den vorangegangenen Zeilen so simpel liest, scheint in der Umsetzung doch deutlich schwerer. Zur korrekten Funktionsweise bedarf es laut AMD Datenblättern allerdings einiger verschiedener Details:
1. Der Prozessor muss Cool’n’Quiet unterstützen
Damit sind wir gleich an einem durchaus irritierenden Punkt der AMD Athlon 64 Data Sheets angelangt: Denn AMD schreibt im dortigen Kapitel, dass lediglich einige Versionen des Athlon 64 diese Funktion beherrschen, geht aber nicht näher auf diese Einschränkung ein. In weiteren AMD Papieren glaubt man fündig zu werden: So spricht AMD davon, dass die Prozessoren ab Revision "C" Cool’n’Quiet unterstützen. Da allerdings ab "Markteinführung" lediglich noch Revision C Prozessoren produziert wurden, mag der Hinweis im Paper überflüssig erscheinen, könnte sich aber an Entwickler und Hersteller richten, welche mit früheren Mustern der CPUs versorgt wurden.
2. Das BIOS muss eine korrekte Umsetzung vorweisen
Die AMD Papiere gehen hier detailliert auf Umsetzung im Mainboard BIOS des Cool’n’Quiet aus, wobei AMD hier von verschiedenen Performance States spricht. Dazu später mehr. Zudem muss das System ACPI 2.0 (Advanced Configuration and Power Interface) fähig sein. In den aktuellen BIOS Versionen entsprechender Mainboards finden sich selbstverständlich solche Menüpunkte, in welchen man die Option zuschalten kann. Dabei ist es nicht erforderlich, dass das Betriebssystem neu installiert wird.
3. Das Betriebssystem muss Cool’n’Quiet unterstützen
Nun, nach Punkt Zwei muss natürlich klar sein, dass ACPI nicht nur im BIOS aktiviert sein muss, sondern auch vom Betriebssystem unterstützt werden muss. Das tun praktisch alle derzeitig aktuellen Betriebssysteme. Allerdings muss das Betriebssystem von Hause auch Support für Cool’n’Quiet bieten. Dies tut nach AMD Datenblättern derzeit aber nur Windows XP und auch dort benötigt man laut AMD zusätzlich noch einen Prozessortreiber.

Der über vorstehenden Link erhältliche Treiber (bitte immer die aktuellste Version verwenden), wird über den Gerätemanager nach üblichem Vorgehen eingebunden (Prozessor-Eigenschaften-Treiber aktualisieren und dann das Verzeichnis des Treibers angeben). Für Betriebssysteme, welche von Hause aus keine PowerNow! Technologie unterstützen (Cool’n’Quiet), stellt AMD ein Softwarepaket zur Verfügung, welches derzeit aber nur auf Windows ME und Windows 2000 ausgerichtet ist.
4. Im Betriebssystem sind die Energiesparoptionen zu ändern
In den Energieoptionen muss die Einrichtung des Systems von Desktop auf Minimaler Energieverbrauch oder Laptop geändert werden.
