Der AMD Opteron Prozessor (Fortsetzung)
IV. Speicherbesonderheiten
Bei der Wahl der Speichersorten zeigt sich deutlich die Ausrichtung auf den Workstation-Bereich, denn es werden (derzeit) lediglich DIMMs mit ECC, sowohl unbuffered als auch registered, unterstützt. Dies macht die Nutzung günstiger handelsüblicher DDR-Module unmöglich und man muss zu teueren ECC-Modulen greifen. Als Größe kommen Module von 32MB (64Mbx16) bis zu 4GB (1Gbx4) in Frage.
Ein hervorstechendes Merkmal ist, dass die CPU bis zu 8 Speicherslots bietet, hier ist ein bedarfsgerechter Ausbau möglich. Leider unterstützt der Opteron derzeit offiziell noch keine DDR400-Module, sondern beschränkt sich auf DDR200, DDDR266 und DDR333, dafür dürfen die Module in x4, x8 und x16 Breite organisiert sein. DDR400 bleibt zunächst seinem kleinen Bruder Athlon 64 mit einem einkanaligen SingleChannel-Speicherinterface vorbehalten. Vorerst ist dies aber nicht weiter tragisch, denn im Workstation-Bereich geht es primär um die Speichermenge. Entscheidender ist dagegen, dass bis zu 16 Speicherseiten (Open Pages) gleichzeitig für schnellen Zugriff geöffnet sein können.
V. HyperTransport
Dass der AMD Hammer Prozessor keinen FSB mehr kennt, hatten wir ein paar Zeilen zuvor bereits berichtet. Der parallele EV6-Bus, mit dem der K7 mit der Northbridge verbunden war, existiert nicht mehr. Allerdings bedarf es dennoch weiterhin einer Kommunikationsschnittstelle zwischen CPU-Speicher und der Außenwelt (restliche Peripherie des Systems).
Die Verbindung zwischen dem Prozessor und dem Chipsatz wird nun über den Hypertransport-Bus hergestellt. Dieser 16bit breite und mit 800 MHz getaktete serielle Bus erlaubt eine Übertragungsrate bis zu 3200 MB/s pro Richtung bzw. 1600 MegaTransfers/s (MT/s).

Serielle Busse haben allgemein den entscheidenden Vorteil, dass sie die Daten über wenige Leitungen nacheinander übertragen. Parallele Architekturen übertragen die Daten über mehrere Leitungen nebeneinander über einen Bus. Die parallele Übertragung ist sehr kritisch, was Übersprechverhalten und Laufzeitunterschiede angeht. Mit dem seriellen Bus sind höhere Taktraten und damit auch höhere Übertragungsraten möglich.
Dazu ist die Hypertransport-Technologie dafür geeignet, Verbindungen sowohl zwischen Chipsatz und Prozessor als auch zwischen mehreren Prozessoren oder Chipsatzbausteinen eingesetzt zu werden. Der Opteron 1xx besitzt zwar ebenso wie seine Multiprozessorkollegen drei Hypertransport-Busse, allerdings ist keiner von ihnen "kohärent", also zur Verbindungsaufnahme mit einem anderen Prozessor geeignet.
Als letztes neues Element kommt die sogenannte Cross-Bar, abgekürzt XBAR in die CPU. Sie kanalisiert als Schnittstelle die Datenströme zwischen CPU-Core, Speichercontroller und Hypertransport.
