Leistungsvergleiche
Wer nun erwartet, dass wir den Leser hier mit allen Resultaten aller Module auf den jeweiligen Timings- und Übertaktungswerten konfrontieren werden, den müssen wir enttäuschen. Wir wollen es uns und Euch ersparen, nun 20 Seiten nichtssagende Benchmarkdiagramme zu veröffentlichen. Denn eines sollte klar sein: Der Speicher des Herstellers A wird bei Latenzen von 3-3-3-8 die identischen Resultate erzielen wie jener des Herstellers B (Messtoleranzen außen vor gelassen).
Wir werden Vergleiche zu den wesentlichsten und informativsten Erkenntnissen unserer Messungen nachfolgend präsentieren und daraus Schlussfolgerungen ableiten. Wir haben zu den Speichermessungen diesesmal statt dem beliebten Tool SiSoft Sandra, den Memory Benchmark von AIDA32 eingesetzt, da dieser gleichzeitig noch Auskunft über den Speicherdurchsatz im Schreibmode, nicht nur im Lesemode gibt und diese Informationen sind insbesondere bei Verwendung von Double Sided Modulen interessant.

Wir müssen an dieser Stelle allerdings darauf hinweisen, dass AIDA32 bei den Speichertests auf Canterwood Plattformen teils nicht unerhebliche Messtolleranzen (auch SiSoft Sandra), insbesondere im Lesezugriff, aufzeigt. Abweichungen von teils 50 MB/s bis 80 MB/s waren keine Seltenheit. Der synthetische AIDA Benchmark spiegelt, wie alle reinen synthetischen Speicherbenchmarks, nur ein Bild einer reinen Speichemessung wieder, welches sich in der Praxis an üblichen Anwendungen kaum reproduzieren lässt. Zum weiteren Vergleich werden wir dann noch die Resultate eines Quake III Arenas Durchgangs mit ins Feld führen, allerdings unter realistischer HighQuality Auflösung. Auf diese Vergleiche wollen wir unser Hauptaugenmerk richten.
I. Leistungsunterschiede im Vergleich Latenz und Aufbau des Speichermoduls
Beginnen wollen wir mit dem Vergleich von verschiedenen Speichermodulen auf Basis der JEDEC Spezifikationen (DDR400A-C), sowie Speichern mit geringeren Latenzen und zudem einem Vergleich zwischen Double und Single Sided Modulen. Alle Messungen wurden bei regulärem DDR400 Takt mit einem 3.0C GHz Pentium 4 vorgenommen:
| Speicher |
Timings
[tCL-tRCD-tRP-tRAS] |
Single
Sided /
Double Sided |
Prozessortakt
[MHz] |
AIDA32
Speicherdurchsatz Lesen
[MB/s] |
AIDA32
Speicherdurchsatz Schreiben
[MB/s] |
Quake
III Arena
Demo01
1024x768 HQ
[fps] |
| Samsung
DDR400 |
3-4-4-8
|
Single
Sided |
3006 |
4751 |
1199 |
320,9 |
| Infineon
DDR400 |
3-3-3-8 |
Single
Sided |
3006 |
4816 |
1329 |
325,9 |
|
MemorySolutioN DDR400 |
2.5-3-3-8 |
Single
Sided |
3006 |
4790 |
1334 |
326,8 |
Corsair
DDR400
LowLatency |
2-3-2-6 |
Single
Sided |
3006 |
4836 |
1234 |
330,9 |
Corsair
DDR400
LowLatency |
2-2-2-6 |
Single
Sided |
3006 |
4881 |
1283 |
334,9 |
| OCZ
PC3700 |
2-3-3-7 |
Double
Sided |
3006 |
4881 |
1754 |
331,1 |
| Kingmax |
2.5-3-3-8 |
Double
Sided |
3006 |
4849 |
1746 |
331,5 |
Berücksichtigen wir im Vergleich der einzelnen DDR400 JEDEC Standards die single Sided Kandidaten, so lässt sich erkennen, dass sich durch den DDR400C (3-4-4-8) zum DDR400A( 2.5-3-3-8) ein Leistungsvorsprung von ca. 1,8 % ergibt. Eine Verkürzung der tRCD und tRP auf 3er Takte (DDR400B) lässt einen Performance Vorteil des DDR400A Speichers praktisch gegen Null gehen (0,27%).
Etwas anders sieht dies allerdings aus, wenn die i865/i875 Chipsätze mit einem intern zweiseitig bestückten Speichermodul arbeiten dürfen. Hier können maximal 16 Seiten gleichzeitig offen gehalten werden und so erarbeitet sich das unscheinbare Kingmax Modul mit 2.5-3-3-8 Timings einen Vorteil von 1,4 % zum einseitig bestückten Modul von MemorySolutioN mit gleichen Latenzen.
Damit überbietet dieser double Sider sogar noch das Resultat der derzeitigen Corsair LowLatency Serie mit 2-3-2-6 Timings um den Faktor Messtoleranz. Deutlicher wird der Vergleich der Double Sided Module zu Single Sided Modulen auch in der AIDA32 Messung, dort allerdings nur beim Schreiben. Double Sided Module rangieren dort im DDR400 Takt immer in den 1700 MB/s Regionen, während Single Sided Speicher sich in der 1300 MB/s Region versammeln. Zugegeben, letzteres ist nur ein theoretischer Vorteil, denn so deutlich können die Abweichungen in Praxis üblichen Anwendungen niemals werden.
Hätten wir da noch den am Markt nicht mehr käuflich zu erwerbenden Corsair LowLatency Speicher der vorangegangenen Serie, welcher sogar mit einer tRCD von 2 Takten betrieben werden konnte. Wie schnell ersichtlich, kann die verkürzte Latenz beim Adressierungsvorgang der Spalten- und Zeilenadresse hier durchaus punkten. Andererseits dürfte es momentan schwierig sein, solche Module am Markt noch zu finden.
Interessant mag dann auch noch die Betrachtung des double Sided OCZ-Speichers sein, welcher gegenüber dem Kingmax Speicher mit einer kürzeren Cas Latency und tRAS an den Start geht. Unterschiede lassen sich marginal aber nur beim synthetischen Speicherbenchmark erkennen.
Unter Quake III Arena erblicken wir eine Messungenauigkeit: Es sei allerdings zu erwähnen, dass eine gewählte tRAS von 7 Takten sich in unseren Tests oftmals leicht schlechter zeigte als die Wahl von 8 Takten. So trennt sich also in diesem Vergleich das langsamste Speichermodul vom virtuell schnellsten mit knappen 4,2 % und vom schnellsten käuflich zu erwerbenden mit 3,2 %.