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Der 23. September dieses Jahres war ein wichtiger Tag für AMD, stellte das Unternehmen doch an diesem Tag die 64-Bit Desktop-Prozessoren Athlon 64 und Athlon 64 FX vor. AMD streckte also erneut die Hand aus nach der Krone für den (im Durchschnitt) schnellsten Prozessor im Desktop Segment und konnte sie auch zurückerobern. Doch was bewegt die Prozessorenhersteller so, dass sie diesen Titel für sich beanspruchen möchten? Prestige, Ansehen und Marketing.
Und so sollte es die meisten Leser wenig verwundern, dass Intel im Verlaufe des vergangenen IDF (Intel Developer Forum), unmittelbar vor dem Launch der Athlon 64 Prozessorfamilie, ein Ass aus dem Ärmel zauberte und den Pentium 4 Extreme Edition ankündigte und damit AMD in die Parade fuhr.
Eben jener, momentan umstrittener Prozessor, wird Gegenstand unseres heutigen Artikels und Tests sein, denn natürlich wollten auch wir es uns nicht nehmen lassen, Intels Extreme aus der Nähe zu betrachten, um unsere eigenen Rückschlüsse zu ziehen. Prestige? Ansehen? Nein, es war doch eher die Neugier, die uns hier trieb.

Letztlich konnten wir es uns erst einmal von den Eckdaten her nicht erklären, wie dieser neue Prozessor in der Lage sein sollte, ohne Erhöhung des Taktes im Spielesektor deutlich zuzulegen, eben jener Disziplin, welche nach unserem Test die neuen Athlon 64 Prozessoren ausschließlich für sich beanspruchten. Ob der Pentium 4 Extreme Edition die Situation doch ändern kann, soll unser Artikel zeigen.
Unser Dank gilt hier Intel Deutschland, welche uns mit einem entsprechenden Testmuster ausstatteten und damit unsere Neugier befriedigten.

Details zum Pentium 4 Extreme Edition
Bislang gibt es zum Pentium 4 Extreme Edition mit 3.2 GHz Takt seitens Intel lediglich eine offizielle Pressemitteilung. Datenblätter zu diesem neuen Produkt finden sich auf der ansonsten immer sehr kompletten Hersteller Webseite bislang allerdings noch nicht. So bleibt einem nicht mehr, als die vorhandenen Informationen zu betrachten und daraus Rückschlüsse zu ziehen.
Der "neue" Prozessor wird, wie seine bisherigen Pentium 4 Kollegen mit Northwood Kern in 0.13µm gefertigt und verfügt über identische Größen beim L1 Cache (8 kB Daten / 12.000 µops Execution), als auch beim L2 Cache (512 kB). Der unter dem Codenamen Northwood 2M geführte Extreme Edition verfügt jedoch zusätzlich noch über einen L3 Cache, der den bisherigen Pentium 4 Prozessoren gänzlich fehlt und der mit 2048 KB recht üppig bemessen ist. Dies führt sogleich dazu, dass die Transistorenzahl der CPUs auch deutliche Unterschiede aufzeigt: Mit 169 Millionen Transistoren liegt die Extreme Edition um 114 Millionen höher als der bisherige Pentium 4 Northwood.

Besagter Level3 Cache ist allerdings kein exklusiver Cache, was bedeutet, dass die Daten aus L1 und L2 Cache zusätzlich noch einmal im L3 Cache gespiegelt werden. Dadurch ergibt sich also kein gesamt Cache von 2568 KB beim Pentium 4 EE, sondern es bleibt bei 2 MB, die dem Prozessor bei vollem Takt zur Verfügung stehen.