Der NVIDIA NV36 Chip
Beim NV36 Chip von NVIDIA handelt es sich im Grunde um einen abgespeckten NV35 (GeForceFX 5900 /Ultra). Prinzipiell kann man ihn dagegen mit dem NV31 Chip vergleichen, dem Mainstream Abkömmling des NV30 Chips. Wir gehen davon aus, dass die Rendering-Architektur im Vergleich zum NV35 halbiert wurde, so wie das schon beim NV31 im Vergleich zum NV30 der Fall war. Im Gegensatz zum NV31 kann der NV36 nach den bisherigen Informationen aber mit einem kompletten Vertex Shader Array aufwarten, genauso wie das bei den High-End Chips NV30 und NV35 der Fall ist. Weitere Neuerungen bilden die Features, welche schon der NV35 bei seiner Vorstellung mit sich brachte.
Hier ist die Rede von CineFX 2.0, Intellisample HTC und das UltraShadow Feature. Zur Erinnerung: Mit dem Wechsel von CineFX auf CineFX 2.0 hat NVIDIA die Shaderleistung verbessert, insbesondere die Pixel Shader 2.0 Geschwindigkeit. Hier ergeben sich in Kombination mit dem neuen Detonator der 50er Serie deutliche Verbesserungen, welche sich zukünftig in DirectX9 Spielen bemerkbar machen werden. Mit Intellisample HTC spricht man die Kompressionsmethoden an, welche im Chip zur schnelleren Verarbeitung genutzt werden. Was genau hinter der HTC Erweiterung steckt, ist leider nicht bekannt. Das UltraShadow Feature spielt momentan noch keine allzu große Rolle, es wird in Spielen wohl erst im nächsten Jahr vermehrt zum Einsatz kommen, wobei als Beispiel hier immer wieder gerne Doom III genannt wird.

Der Chip wird weiterhin in einem 0,13µm Prozess hergestellt. Die Produktion findet bei IBM statt, so dass man davon ausgehen kann, das schon Isolator Techniken zum Einsatz kommen, welche höhere Chiptakte ermöglichen. ATI ist bei dem brandneuen RV360 Chip den gleichen Weg gegangen und setzt auf die Low-k-Dielectric-Technologie von TSMC. Hierdurch konnte man auch ohne großen Kühlaufwand die 500 MHz Chiptakt realisieren.
Nicht anders zu erwarten war ein 128 Bit DDR Speicherinterface, welches bei einem Mainstreamchip aus Kostengründen vorgezogen wird. Dieses ist laut NVIDIA DDR/DDR2 und GDDR3 kompatibel. Bei den GeForceFX 5700 Ultra Karten wird DDR2 Speicher Verwendung finden, bei den GeForceFX 5700 Karten günstige TSOP DDR1-Bausteine. In Kombination mit einem weitaus unkomplexeren PCB ergeben sich so für die GeForceFX 5700 Boards deutlich geringere Produktionskosten.
Damit wäre auch schon alles zum neuen NV36 Chip gesagt. Die wichtigsten Daten sind nachfolgend noch einmal in einer Tabelle gelistet:
| |
GeForceFX 5700 /Ultra |
GeForceFX 5600 /Ultra |
Radeon 9600 /Pro |
Radeon 9600XT |
| Codename Chip |
NV36 |
NV31 |
RV350 |
RV360 |
| Transistoren (Millionen) |
? |
80 |
75 |
75 |
| Fertigungsprozess |
0,13µm |
0,13µm |
0,13µm |
0,13µm |
| Chiptakt |
? / 475 MHz |
325 / 350 MHz |
325 / 400 MHz |
500 MHz |
| Speichertakt |
? / 450 MHz |
275 / 350 MHz |
200 / 300 MHz |
300 MHz |
| Speicherinterface |
128 Bit DDRII |
128 Bit DDR |
128 Bit DDR |
128 Bit DDR |
| Speicherbandbreite (GB/s) |
? / 14,4 |
8,8 / 11,2 |
6,4 / 9,6 |
9,6 |
| Rendering-Pipelines |
4 <-> 2 |
4 <-> 2 |
4 |
4 |
| Textureinheiten pro Pipeline |
1 <-> 2 |
1 <-> 2 |
1 |
1 |
| Vertex Shader Version |
2.0+ |
2.0+ |
2.0 |
2.0 |
| Pixel Shader Version |
2.0+ |
2.0+ |
2.0 |
2.0 |
| DirectX konform nach V. |
9.0 |
9.0 |
9.0 |
9.0 |