WLAN-Grundlagen (Fortsetzung)
WEP in Verbindung mit einem heute in nahezu allen Accesspoints vorhanden MAC (Medium Access Control)-Filter, um nur definierte Netzwerkkarten ins WLAN zu lassen, ist ein ausreichender Schutz. Hierbei wird eine Netzwerkkarte aufgrund Ihrer MAC-Adresse entweder ins Netz gelassen oder abgewiesen.
Jede Netzwerkkarte hat eine 48-Bit-Kennung, die so genannte MAC-Adresse. Sie ist fest auf dem Adapter eingebrannt (in einem PROM oder EPROM) und für jede Karte eindeutig. Vergeben werden diese Nummern prinzipiell vom IEEE. Das IEEE weist jedem Hersteller einen so genannten OUI (Organizationally Unique Identifier) zu, der die ersten 24 Bit der Kartenadresse darstellt. Die restlichen Bits der Adresse darf der Hersteller für jede Karte selbst vergeben, wobei er darauf zu achten hat, dass jede Karte auch wirklich eine einmalige Adresse erhält.
WLAN-Netze kennen verschiedene Betriebsmodi. Im "Ad-hoc Mode" kommunizieren zwei oder manchmal mehrere WLAN-Adapter ohne Accesspoint untereinander. Beispielsweise können dies ein paar Studenten in einem Hörsaal sein, die sich, anstatt zuzuhören, mit einem Netzwerkspiel die Zeit vertreiben ;-). Den häufigsten Fall stellt aber wohl der "Infrastructure Mode" dar: Dabei kommunizieren ein oder mehrere WLAN-Clients über einen sogenannten Accesspoint miteinander und der Umwelt. D.h. der Accesspoint stellt meist eine Verbindung zum LAN oder zum Internet her, und überträgt die Daten zu den Clients. Auch wenn die Clients untereinander Daten übertragen, läuft die Kommunikation über den Accesspoint.
Muss nun eine größere Fläche abgedeckt werden, so dass ein einzelner Accesspoint nicht ausreicht, müssen mehrere Accesspoints zum Einsatz kommen. Der "Infrastructure Mode" wurde dazu um Roaming erweitert. D.h. jeder Client kommuniziert mit dem Accesspoint, zu der er die beste Kommunikation aufbauen kann. Dabei überprüft das System ständig die Verbindungsqualität und kann ohne Abbruch der Verbindung spontan den Accesspoint wechseln. Diesen Betriebsmodus beherrschen inzwischen de facto alle WLAN-Geräte.
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Um ein Netzwerk zu definieren, gibt es die so genannte SSID (Service Set Identifier), oft auch Network Name genannt. Die SSID kann vom Accesspoint entweder ausgestrahlt werden, d.h. ein Wireless Client kann die SSIDs in seiner Umgebung sehen und sich einloggen. Allerdings kann ein Accesspoint auch auf die Ausstrahlung verzichten, dann muss die SSID dem Client bekannt sein und manuell eingegeben werden, damit eine Kommunikation möglich ist. Dies ist selbstverständlich die sicherere Lösung. Beim Roaming werden die zusammengehörigen Accesspoints über die SSID definiert. Es ist also möglich, in einem Netzwerk mehrere WLANs zu betreiben, die einfach durch die SSID unterschieden werden. Das ist z.B. sinnvoll um einen Public Hotspot, den ein Unternehmen anbietet, vom WLAN für seine Mitarbeiter zu trennen.
Unter Hotspots versteht man einen Bereich, an dem ein WLAN zu empfangen ist. Ein Public Hotspot dagegen bietet ein allgemein zugängliches WLAN. Public Hotspots findet man z.B. an Flughäfen, aber auch in manchen Biergärten. Für die Nutzung bezahlt man entweder per Kreditkarte oder man kauft am Ort im Prepaidverfahren Onlinezeit. Eine (nicht zwangsläufig komplette) Übersicht über Public Hotspots bietet die Telekommunikationszeitschrift connect auf Ihrer Seite in der Rubrik Service.
II. Zukünftige Technologien
Die gebotene Datenrate von 11MBit/s bei 802.11b, von denen in der Praxis wegen des großen Overheads nur rund 5MBit/s nutzbar sind, ist für viele Anwendungen nicht mehr ausreichend. Deshalb wurde unter dem Namen 802.11g ein Nachfolger ins Leben gerufen. 802.11g unterscheidet sich von 802.11b lediglich durch die verwendete Modulation, d.h. die Art und Weise, wie das Trägersignal für die zu übertragenden Daten genutzt wird.
Neben den beiden genannten Standards wurde vom IEEE auch noch eine Variante ratifiziert, die nicht im störanfälligen, da von vielen Devices genutzten, ISM-Band arbeitet, sondern bei ca. 5GHz. Der verwendete Bereich ist exklusiv für WLAN-Anwendungen reserviert, hat aber den Nachteil, dass die Hersteller, in manchen Ländern auch die Betreiber, entsprechender Geräte Lizenzgebühren an den jeweiligen Staat abführen müssen.
Dafür sind durch weniger Störungen die hohen Datenraten stabiler und durch das breitere Frequenzband auch mehr Nutzer im Netzwerk möglich. Es gibt seit einiger Zeit auch schon Geräte, die die neuen Standards unterstützen. Allerdings ist deren Verbreitung zur Zeit eher spärlich, da die Preise noch nicht mit den etablierten 802.11b-Produkten mithalten können. Doch es zeigt sich bereits, dass die Geräte auf Basis des 802.11g aufgrund ihrer Abwärtskompatiblität größeren Absatz finden.