Intro
Vor einigen Tagen präsentierten wir unseren Startartikel zu Intels neuen Sockel 775 Plattformen. Wir mussten in den Tests zu diesem Startartikel einige Abstriche machen, da uns die Zeit ziemlich im Nacken saß. Aber wie angekündigt, haben wir die folgende Zeit auch dazu genutzt, uns Punkte aus der Nähe zu betrachten, welche uns bei den anfänglichen Tests zu denken gaben. So starten wir heute mit gewissen Nachträgen rund um das Thema Sockel 775.

Punkt hier und heute ist Intels so genanntes AHCI (Advanced Host Controller Interface) Feature des neuen Peripherie Controllers ICH6/R. Der Controller für die SATA-Ports beherrscht nun auch Native Command Queuing, bei dem die Schreib- und Leseanforderungen des Betriebssystems so "umsortiert" werden können, dass die effizienteste Nutzung der Festplatten möglich wird. Dies setzt an dieser Stelle allerdings voraus, dass sowohl die Festplatte(n) als auch der Chipsatz diese Funktionen unterstützen, sowie das passende Betriebssystem und Treiber ebenfalls vorhanden sind.
Bei unserem Sockel 775 Testsystem waren diese Voraussetzungen gegeben, doch brachten unsere diesbezüglichen kurzen Tests keine verwertbaren Resultate ans Tageslicht, weshalb wir uns heute noch einmal in Ruhe mit der Thematik befassen wollen.
Native Command Queuing (NCQ)
Prinzipiell handelt es sich bei Command Queuing um eine bereits bekannte Technik aus den SCSI Spezifikationen. Der Versuch, eine solche Möglichkeit in P-ATA Laufwerken umzusetzen, wurde einst von IBM in Angriff genommen, jedoch aus vielerlei Gründen nicht weitergeführt und fand keinen breiten Einsatz im Desktop Bereich. Erst jetzt, mit den vorgesehenen Serial-ATA II Spezifikationen, wurde NCQ aufgenommen und soll im Desktopbereich Einzug halten. Dabei wurde seitens Intel mit der Implementierung ihres AHCI (Advanced Host Controller Interface) bereits die passende Gegenstelle im Peripherie-Controller geschaffen.
Da es jedoch noch keine SATA II Festplatten im Markt gibt, greift man zu Demonstrationszwecken auf die neue Maxtor MaXLine III Produktlinie zurück, welche partiell bereits mit SATA II Funktionen aufwartet und natives Command Queuing beherrscht.
Worum geht es eigentlich bei diesen Begriffen? Unter Command Queuing versteht man im Prinzip eine Reihe von Festplattenbefehlen, welche in einer optimierten Reihenfolge abgearbeitet werden. Sinn und Zweck des Ganzen ist es, den technischen Grenzen der Festplattenmechanik entgegenzuwirken. Damit ist gemeint, dass es eine gewisse Zeitspanne in Anspruch nimmt, bis die Lese-/Schreibköpfe von Festplatten an exakt der Stelle der rotierenden Platte(n) positioniert sind, wo die entsprechenden Daten aufzunehmen oder abzulegen sind.
Im Desktop-Bereich beobachteten wir daher bereits vor Jahren den Einzug von schneller drehenden Laufwerken. Praktisch etabliert bei den schnellen Desktoplaufwerken hat sich heute eine Geschwindigkeit von 7200 Umdrehungen pro Minute. Dennoch bleibt die Crux bestehen, dass erst einmal die Scheibe rotiert werden muss, bis der Kopf am entsprechenden Sektor angelangt ist.
