Der neue Peripherie Controller ICH6
Die sechste Generation des I/O Controller Hub ist zum MCH über das neue Digital Media Interface verbunden. Das DMI ersetzt den bisher verwendeten HubLink und erlaubt jetzt eine Bandbreite von 1GB/s im Up- sowie Downstream. Somit spricht der Hersteller offiziell von einer Bandbreite von 2 GB/s. Die Erhöhung der Transferrate war durch die neu geschaffenen Bandbreitenfresser, die PCI Express erlaubt, notwendig geworden.

Neben der oben schon angesprochenen Einbindung von bis zu vier PCI-Express x1-Ports gibt es noch ein paar weitere Neuerungen im ICH6. Zum einen beschränkt sich Intel auf nur noch einen IDE-Port und bietet dafür vier Serial-ATA Steckpfosten, was das Routing für Datenleitungen für die Mainboarddesigner erleichtert. Wirklich Sinn macht diese Entscheidung aber erst, wenn es endlich auch optische Laufwerke mit Serial-ATA Anschlussmöglichkeit gibt.
Der Controller für die SATA-Ports beherrscht nun auch Native Command Queing bei dem die Schreib- und Leseanforderungen des Betriebssystems so umsortiert werden können, dass die effizienteste Nutzung der Festplatten möglich wird. Wenn sowohl Chipsatz, Treiber als auch Festplatte die Funktion beherrschen, kann die Reihenfolge, mit der Daten transferiert werden, nun an die Lage dieser Daten auf der Festplatte angepasst werden. Das bedeutet, dass z.B. eine Adresse zwischen 2 Punkten im "Vorüberfliegen" bereits gelesen werden kann, obwohl sie erst danach angefordert wäre. Dabei wird in diesem Falle eine Umdrehung der Platte und Positionierung des Schreib-/Lesekopfes eingespart, was den Datentransfer merklich beschleunigen sollte.
In der Praxis konnten wir in unseren kurzen Überprüfungen (leider blieb auch hier nicht genügend Zeit) diesen Vorteil beim ICH6 verglichen mit ICH5R nicht nachstellen. Die beiden Maxtor Festplatten mit NCQ Support zeigten unter HDTach in Version 2.61 und 2.70 am ICH5R bessere Leistungen als an ICH6R. Ein weiterer Test mittels SiSoft Sandra 2004 bescheinigte dem ICH6R bei gepufferten Lese- und Schreibtests deutlich bessere Resultate als dem ICH5R in gleicher Konstellation. Bei jedoch aufeinanderfolgenden und zufälligen Lese- und Schreibvorgängen attestierte das Testprogramm abermals dem ICH5R bessere Werte. Somit klaffen an dieser Stelle Theorie und Praxis auseinander und es bleibt abzuwarten, ob sich durch neue Treiber hier die versprochenen Mehrleistungen einstellen.

ICH6R

ICH5R
Aus unserer Sicht ist dies momentan noch auf "Treibereien" zurückzuführen, denn unter Verwendung unserer üblichen Referenz SATA Platten, zeigte sich ein identisches Leistungsbild bei beiden Chipsätzen.