Der neue Peripherie Controller ICH6 (Fortsetzung)
Die zweite bedeutende Neuerung ist 8-Kanal High Definition Audio, auf das wir in einem separaten Kapitel im Detail eingehen werden. Wie schon vom ICH5 bekannt, gibt es vom ICH6 mehrere Varianten: ICH6, ICH6R, ICH6W, ICH6RW. Die mit einem "R" versehenen Controller sind in der Lage, die vier SATA-Anschlüsse im RAID zu betreiben. Neben den bereits bekannten RAID-Funktionen, nämlich die Laufwerke in den RAID0 und 1 Modi, sowie durch jetzt vier Laufwerke RAID0+1, wird auch das so genannte Matrix RAID geboten.

Dabei reichen zwei Laufwerke, um auf lediglich zwei Festplatten mit mehreren Partitionen gleichzeitig RAID0 und RAID1 zu betreiben. So lässt sich beispielsweise eine Partition für schnellen Datenzugriff als RAID0 konfigurieren, so dass durch den abwechselnden Zugriff auf beide Festplatten die Geschwindigkeit erhöht wird. Auf der anderen Partition wird ein RAID1 eingerichtet und bietet damit höhere Datensicherheit für Dokumente, da die Daten gespiegelt auf beide Festplatten abgelegt werden.

Die Einrichtung kann prinzipiell über die anwenderfreundliche Windows Oberfläche des Intel Application Accelerators (RAID Edition) vorgenommen werden.
Die mit "W" gekennzeichneten Chips beherbergen Grundfunktionen für WLAN. Kommt dann eine zusätzlich zu erwerbende PCI-Steckkarte zum Einsatz, kann das System als WLAN-Accesspoint mit NAT und Firewall zum Einsatz kommen. Doch da inzwischen einige Mainboardhersteller eine eigene proprietäre Lösung parat haben und zudem der PC laufen muss, um seine Dienste anzubieten, gilt auch hier, was wir schon bei Test entsprechender Module schrieben:
Bei den Preisen und der Funktionalität heutiger vollwertiger WLAN-Router und Accesspoints ist ein Soft-Accesspoint schlicht überflüssig, speziell, wenn dann auch noch eine Prescott CPU munter Energie zieht, was am Ende mehr Kosten kann als ein separater Accesspoint.
Bleibt abschließend vielleicht noch der Hinweis, dass wir mit Intels ICH6R die erste Southbridge des Herstellers antrafen, welche mit einem passiven Kühlkörper versehen wurde. Berücksichtigt man die Funktionsvielfalt des vollgepfropften Bausteins, so kann man sich durchaus vorstellen, dass es auch dort in der einen oder anderen Situation einmal heißer hergeht. Bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht in ein paar Jahren auf Grund von Funktionsvielfalt dann plötzlich mit aktiv gekühlten Peripheriecontrollern konfrontiert werden ;-).