Neue Prozessoren und Bezeichnungen (Fortsetzung)
Durch die Einführung des Pentium 4 560 findet sich nun ein mit 200 MHz mehr taktender Pentium 4 Prozessor ein, welchem Intel einen Preis von 637 US-Dollar zuordnet. Dies entspricht dem eigentlich bei Intel üblichen Preis für das Desktop-Topmodell. Durch die Einführung des Pentium 4 Extreme Edition, verlagerte sich die Preisgestaltung in der Vergangenheit jedoch ein wenig, so dass die Top-Desktop Prozessoren bei 417 US-Dollar angesiedelt wurden und lediglich die Extreme Edition Variante dann marginal unter 1000 US-Dollar lag. Prinzipiell ist zu den Preisen also zu sagen, dass es bei den CPUs im neuen Package keine Änderungen zu jenen im Sockel 478 Gewand gibt.
Interessantes fanden wir in Intels aktueller Product Change Notification (PDF) für den Pentium 4 Prozessor. Im zweiten Halbjahr wird es mit dem neuen E0-Stepping ein "Execute Disable Bit", auch bekannt unter dem Namen NX und "additional power management features" geben. Zu letzterem dürfen wir wohl offen spekulieren, dass es sich um Intels Speed Step Technologie aus dem Notebook-CPU Segment handelt.
Unseren Informationen zufolge, schlummert dieses Feature bereits in allen Prescott Prozessoren und wartet auf Aktivierung. Gleiches soll für die 64bit-Erweiterung, wie auch LaGrande gelten. Ob sich unsere inoffiziellen Informationen hier bestätigen werden, bleibt abzuwarten. Ungewöhnlich wäre dies bei Intel Produkten allerdings nicht, bedenkt man, dass beispielsweise Hyper-Threading, eingeführt mit dem Pentium 4 3.06 GHz, schon Jahre zuvor in den Pentium 4 Prozessoren mit Williamette Kern schlummerte.
Kommen wir aber noch einmal zurück zum Stepping der Prozessoren: Wie bereits bei der Vorstellung des Pentium 4 3.4 GHz auf Prescott Basis unsererseits erwähnt, sah Intels Planung vor, ein D0-Stepping bei den Prescott Modellen einzuführen, welches sich positiv auf die Wärmeentwicklung und Leistungsaufnahme der hitzigen Prescott-Kerne auswirken sollte. Dieses D0-Stepping war dann bei unserem Testmuster, genannt 560 mit 3,6 GHz auch anzutreffen.

Wenngleich uns das CPU-Z Utility glauben machen möchte, dass wir es vorliegend mit einem Xeon Prozessor auf Basis des Nocona Kerns zu tun haben, so ist dies ein Fehler. Dieser Xeon Prozessor würde bereits die adaptierten 64bit-Erweiterungen besitzen, jedoch verweigerte die Vorserienversion von Windows XP 64bit die Installation.
In der Praxis durften wir beim bislang höchstgetakteten Prescott 560 dann auch feststellen, dass die Kernspannung des Prozessors herabgesetzt wurde. Hatten wir es bei unseren bisherigen Prescott Testmustern mit 3,2 bzw. 3,4 GHz Takt noch mit Spannungen von 1.375V zu tun, trat diese mit 3,6 GHz taktende Variante als 1.3V Version an (real gemessen 1.313V).
Eingangs sprachen wir das LGA775 Package (LGA = Land Grid Array) der neuen Prozessoren an, ein sicherlich ganz wesentlicher Faktor bzw. Änderung bei diesen Prozessoren. Diese Prozessoren verfügen nicht mehr über die gewohnten Pins. Die Kontaktpins wandern bei Sockel 775-Plattformen auf das Mainboard, genauer gesagt in den Sockel ab. Da das Thema Sockel 775 Prozessor sehr eng eben mit den Motherboards, bzw. den Chipsätzen verbunden ist, wollen wir dies im direkt folgenden Kapitel der Chipsätze besprechen.