Die 915/925 Chipsätze: Die Gemeinsamkeiten (Fortsetzung)
II. PCI Express
Seit rund 10 Jahren war der 1990 verabschiedete Peripheral Component Interconnect (PCI)-Bus das Maß aller Dinge für Erweiterungskarten. Seine anfänglich großzügig dimensionierte Transferrate von 133 MB/s bei 33 MHz Takt und einer Bus-Breite von 32Bit wurde schon bald für leistungshungrige Grafikanwendungen zu wenig. Es wurde deswegen eine doppelt so schnell getaktete Variante, genannt Accelerated Graphics Port (AGP), ins Leben gerufen, der die Stelle eines PCI einnahm und in die Northbridge rutschte. Im Laufe der Zeit wurde die AGP-Spezifikation immer weiter überarbeitet, bis am Ende mit AGP 8x die letzte Ausbaustufe mit maximalen 2,1 GB/s Bandbreite erreicht wurde.

Doch nicht nur für Grafik wurde die Bandbreite von PCI zu wenig, sondern auch andere Geräte wie Gigabit-Ethernet oder RAID-Controller werden heute durch die Bandbreite von PCI begrenzt. Für Workstation- und Serverplattformen wurde der PCI-Bus darum erweitert, die letzte Ausbaustufe war hier PCI-X 2.0 mit 133 MHz und 64Bit, die bis zu 4.3 GB/s verkraftet. Allerdings sind die Preise hierfür nahezu unbezahlbar. In Notebooks fanden die Varianten PCMCIA und Cardbus ihre Verwendung.
Ein weiteres Problem stellt sich in der gemeinsamen Nutzung des parallelen PCI-Bus durch alle angeschlossenen Geräte dar. Alle Geräte müssen sich die zur Verfügung stehende Bandbreite teilen und immer wieder kommt es hier und da zu Konflikten zwischen mehreren Geräten.
Damit war es an der Zeit, die betagte und begrenzte Architektur durch etwas Neues zu ersetzen. Schon im letzten Jahrtausend begann die "Arapahoe Working Group" unter Intels Leitung daher mit dem Entwurf eines neuen Erweiterungsbusses für PC-Systeme, der 3GIO genannt wurde, da es die dritte Generation nach ISA und PCI sein würde. 2002 wurde die Arbeit der PCI Special Interest Group (PCI-SIG) übergeben und von ihr PCI Express genannt. Ziel war es, einen PCI-Ersatz für alle Segmente, vom Notebook bis zum Server, zu erschaffen.
