Intro
Schaut man sich zur Zeit einmal auf dem Chipsatz Markt für Mainboards um, wird man feststellen, dass die Vielfalt so groß wie noch nie war. Für den gleichen Prozessortyp wird jeweils gleich eine ganze Reihe verschiedener Chipsätze angeboten. Zudem scheinen die neuen Plattformen für die Rechenkünstler durchaus auch überwiegend brauchbar, was ihre Merkmale und ihre Leistung betrifft.
Wir wollen nachstehend versuchen, in einer Gegenüberstellung etwas Übersicht in den derzeitigen Chipsatz Dschungel zu bringen. Sicher werden wir nicht detailliert auf alle möglichen Varianten eingehen und wollen unseren Schwerpunkt auf Desktop-Chipsätze legen. Auch werden wir den Bereich LowCost hier nicht überbewerten, da dort fast eine gleiche Schwemme an Chipsatzmöglichkeiten vorhanden ist.
Der Trend im Bereich Chipsätze für AMD-Prozessoren geht ganz klar in Richtung DDR-SDRAM Support. Fangen wir also mit diesen an. Die einzelnen Features der hier nun kurz angerissenen Chipsätze sind nach dem entsprechenden Kapitel übersichtlich und tabellarisch angeordnet.
DDR-SDRAM Chipsätze für AMD-Prozessoren
Die momentan Konkurrenten auf diesem Markt sind ALi, SiS, AMD und natürlich VIA. Angestoßen wurden die Möglichkeiten des DDR-SDRAM Einsatzes für AMD-Prozessoren von AMD selbst mit ihrem AMD 760 Chipsatz, eigentlich bestehend aus 761 Northbridge und 766 Southbridge. In der Praxis trifft man dieses Duo allerdings seltenst an. Vielmehr griffen die Hersteller vielmals aus Kostengründen auf die Kombination AMD 761 Northbridge und VIA 686B Southbridge zurück. Insgesamt scheint von den erhältlichen Chipsätzen mit DDR-RAM Support dieser bislang der schnellste Serienchipsatz zu sein.

Betonen muss man in diesem Bereich aber mit Sicherheit "Serienchipsatz", denn was erste Tests der Prototypen vom SiS 735 ergaben, scheint alles in den Schatten zu stellen. Um SiS war es sehr lange ruhig. Waren deren Chipsätze zu 486er Zeiten noch sehr gefragt, trifft man SiS heute allenfalls im OEM-Bereich an. Mehr als eindrucksvoll scheint sich der Hersteller nun zurückzumelden. Die Leistung in der Realität und auch die Kompatibilität kann natürlich erst beurteilt werden, wenn erste Boards im Handel erscheinen.
SiS hat aber auch noch einen wesentlichen Faktor momentan auf seiner Seite. Die derseits vorgenommene Singlechipentwicklung (andere Hersteller bauen ihre Chipsätze aus separater North- und Southbridge) erspart natürlich Leiterbahnwege und im Umkehrschluss auch Produktionskosten. Dies in Verbindung mit der zu erwartenden Leistung veranlasste schon einige Hersteller, Boards basierend auf SiS 735 anzukündigen.
Von einer weiteren Neuheit auf der Computex seitens SiS wurde auch berichtet. Dem SiS 740S - Zielgruppe OEM / LowCost mit integrierter Grafik SiS 315. Diese soll Gerüchten zufolge bessere Leistungen bieten als eine GeForce2 MX-Karte. Da leider überhaupt keine weiteren Informationen zu dem Chipsatz vorliegen, fehlt dieser in nachstehender Tabelle komplett. Es ist nur soviel bekannt, dass der Chipsatz keinen separaten AGP-Port aufweisen wird, damit ist er für das Mainstream Segment eigentlich uninteressant.
Auch um Hersteller ALi war es seit ihren Super Sockel 7 Zeiten eher etwas ruhig geworden. Ein grosser Wurf wollte bislang nicht gelingen. Nun meldete sich aber auch der taiwanesische Hersteller mit ihrem ALi MAGiK1 auf der Bildfläche zurück und zeigt mit diesem Chipsatz sogar gewisse technische Vorteile.
3 GB maximalem Hauptspeicher und maximal 5 busmasterfähige PCI-Slots entsprechen dem Durchschnitt. Allerdings hat ALi dem Interrupt Controller im M1535D+ Peripherie Controller die Möglichkeit der Verwaltung von 8 IRQs gegeben (6 INT-Leitungen, gegenüber regulären 4). In den heutigen sehr ressourcenknappen Systemen ein durchweg guter Ansatz, denn das viel gepriesene IRQ-Sharing funktioniert halt nicht immer zuverlässig.
Bisherige Meldungen zu dem Chipsatz hinterlassen aber gemischte Gefühle. Während einigen Berichten zufolge von hoher Stabilität gesprochen wird, kommen auch ausreichend Gegenmeldungen an. Durch die Bank wird aber gemeldet, dass der MAGiK1 nicht ganz an die Geschwindigkeitsvorgaben der Konkurrenz heranreicht.