Intro
Es scheint sich langsam eine Patt-Situation im Prozessor- / Speicherbereich einzustellen. Gängige Prozessoren und deren Chipsatzanbindung sind durch die Bank leistungsfähiger geworden. Die Bandbreiten bei CPUs und Speicher stiegen zwar in den vergangenen Monaten, jedoch hinkt die Speicherindustrie langsam etwas hinter den eigentlichen Möglichkeiten der Prozessoren hinterher. Gerade Intels bandbreitenhungrige Pentium 4 CPUs, welche im besten Fall 4,2 GB/s Durchsatz liefern könnten, scheitern auf günstigen DDR-SDRAM Plattformen an den derzeit lediglich spezifizierten PC2700 Speichermodulen mit einer maximalen Bandbreite von 2,7 GB/s.
Und obwohl verschiedene Speicherhersteller auf eigene Faust bereits DDR-SDRAM Speicher mit vielversprechenden Bezeichnungen wie PC3200 oder gar PC3500 anbieten, lassen sich die der JEDEC anhängigen Firmen noch nicht dazu hinreißen, einen solchen Standard in der derzeitigen DDR I Speichertechnologie zu verabschieden. Hier spielen zu viele Faktoren in die Entscheidung mit hinein, alles entscheidend natürlich der Umstand, dass die Fertigung solch belastbarer Chips und Speichermodule zu hohe Ausschussraten in sich birgt. Und weil sich Prozessor- und Chipsatzhersteller dieses Umstandes sehr wohl bewusst sind, setzt man derzeit auf andere Innovationen.
Das Zauberwort derzeit heißt Dual Channel Speicherinterface. Man nehme, anstatt des bekannten gängigen Speichercontrollers einer Northbridge eben 2 solcher Speichercontroller, ordnet jedem dieser Controller vorhandene DIMM-Slots zu und ermöglicht es dem Chipsatz damit, bei zumindest 2 vorhandenen Speichermodulen in diesen Slots auf beide gleichzeitig zuzugreifen. In der Theorie erhält man somit eine Verdopplung der Speicherbandbreite.
Nach diesen Ausführungen dürfte jedem auf Anhieb nVIDIA mit ihren nForce-Chipsätzen einfallen, doch nVIDIA ist keinesfalls Vorreiter im Bereich der Dual Channel-Speichertechnologie. Bereits Intels i850 Chipsatz setzte mittels RDRAM Speichern auf Dual Channel Interfaces auf. Und nun betritt Intel erstmals neues Terrain und stellt mit dem E7205 Chipsatz den ersten Pentium 4 DDR-SDRAM Chipsatz mit Dual Channel Speicherinterface vor.

Schon eine Weile pfiffen es die Spatzen von den Dächern, dass seitens Intel ein solcher Chipsatz zu erwarten ist. Das Phänomen war jedoch, dass der Chipsatzgigant, obwohl derzeit bereits DDR333 Speicher als Standard betrachtet werden darf, auf ein Dual Channel Interface basierend auf maximal DDR266 Modulen setzt. Dabei zeigt sich aber die Kombination der derzeitigen Pentium 4 Prozessoren mit 533 MHz FSB, gepaart mit einem Dual DDR266 Speicherinterface in der Theorie als hervorragende Lösung, ist doch Speicher, als auch Prozessor in der Lage hier jeweils mit Bandbreiten von maximal 4,2 GB/s umzugehen. Ob Theorie und Praxis allerdings Hand in Hand gehen, werden wir versuchen aufzuzeigen.
Bei der Vorstellung und Einführung des neuen Chipsatzes ging es Intel sehr ruhig an. Kein Feuerwerk, wie man es bei der Vorstellung neuer CPUs oder den bisherigen DDR-SDRAM Chipsätzen gewohnt war. Der Grund sollte aus der Namensgebung dieses neuen Chipsets hervorgehen, denn mit einem "E" beginnende Chipsatzbezeichnungen von Intel richten sich regelmäßig nicht an das Desktop-Segment, sondern an Server- und Workstation-Bereiche. Und dennoch, betrachten wir uns die Ankündigungen der Mainboardhersteller in den vergangenen Wochen, so hat es fast den Eindruck, als wenn diese den Chipsatz sehr wohl als wichtig für den Desktopbereich betrachten, denn von fast allen namhaften Herstellern wurde ein solches Produkt angekündigt.
Bevor wir nun aber tiefer in die Materie einsteigen, gilt unser Dank erst einmal den Herstellern, welche uns diesen Test ermöglicht haben. Hier gilt besonderer Dank ASUS und MSI, welche uns mit sehr frühen Mustern ihrer Produkte ausgestattet haben, ebenso aber Intel welche uns mit entsprechenden Hintergrundinformationen unterstützten. Danken möchten wir abermals unseren Speicherpartnern Corsair und MemorySolutioN für die Speichermodule ohne welche unsere Alltags- und Kompatibilitätstests kaum möglich wären.

