Der nVIDIA nForce2 Chipsatz
Hersteller nVIDIA hätte es den Chipproduzenten wie SiS und VIA nachmachen können, welche bereits im ersten Quartal des Jahres 2002 Chipsätze mit DDR333 Speichersupport vorstellten. Zur CeBIT 2002 kündigte man auch schon die Nachfolger des nForce 420 und 415 mit den Versionen 620 und 615 an.
Damit hätte ein weiterer, lediglich im Bereich des Speichercontrollers geringfügig überarbeiteter Chipsatz das Licht der Welt erblickt, welcher wie auch VIA KT333 oder SiS 745 im Bereich Performance gegenüber seinem Vorgänger wahrscheinlich nicht sonderlich überzeugt hätte. Möglicherweise war dies dann auch der Grund, warum nVIDIA vom Unterfangen des nForce 620 / 615 abließ und sich auf die Fertigstellung des nForce2 konzentrierte, welcher einiges mehr an Neuigkeiten zu bieten hat als nur einen potenteren Speichercontroller.
Auch bezüglich rascher Markteinführung muss man den Hersteller eher als zurückhaltend bezeichnen. Sicherlich wäre es nVidia möglich gewesen, wie ursprünglich geplant, 4 bis 6 Wochen nach Vorstellung des Chipsatzes Mitte Juli 2002 erste Muster in den Markt zu drücken. Dennoch begrüßen wir es, dass wir heute erst eine finale Revision testen dürfen und nicht bereits den Nachfolger des Nachfolgers, gar noch mit einem "A" gekennzeichnet ;-)).
![nVIDIA nForce2 [ASUS A7N8X & Leadtek K7NCR18D Pro]](/images/reviews/2002/nforce2/igp.jpg)
Nach wie vor haben wir es beim nForce2 mit einer Zwei-Chip-Lösung zu tun, welche aus Northbridge und Southbridge besteht. nVIDIA bezeichnet bekanntermaßen die Northbridge als IGP (Integrated Graphics Processor) in der Variante mit integrierter Grafik oder als SPP (System Platform Processor) in der Variante ohne integrierte Grafik.
Die Southbridge wird seitens des Herstellers als MCP (Media and Communications Prozessor) bezeichnet und neben der Standard MCP Variante gibt es eine erweiterte Version dieses Chips mit dem Namen MCP-T, wobei das T als Abkürzung für Turbo steht. Da die MCP-Variante, auch schon beim originalen nForce-Chipsatz, eher Einsatz im OEM-Segment fand, richten wir bei den folgenden Betrachtungen unser Augenmerk fast ausschließlich auf die MCP-T HighEnd-Version, wie sie im Endkundenmarkt dann auch anzutreffen sein wird.
![nVIDIA nForce2 [ASUS A7N8X & Leadtek K7NCR18D Pro]](/images/reviews/2002/nforce2/spp.jpg)
Ebenfalls werden wir uns hier schwerpunktmäßig mit dem SPP Chip, also jener nVIDIA Lösung ohne integrierter Grafik widmen, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass keine Platine mit ausgeführter Grafikeinheit vorlag. Andererseits macht die Gegenüberstellung der OnBoard Grafiklösungen aus unserer Sicht wenig Sinn, denn bereits im Vorfeld sollte feststehen, dass der nForce2 IGP mit einer auf GeForce4 MX basierenden Grafik derzeit keine Konkurrenz im Markt hat. Der Enduser wird aber trotzdem in aller Regel ohnehin eine leistungsfähigere Grafikkarte verwenden und auf die OnBoard Lösung verzichten.