Intro
Die Spatzen pfiffen es bereits seit einigen Wochen von den Dächern und heute, am 16. Juli 2002 ist es nun endlich soweit. nVIDIA "lässt die Hüllen fallen" und präsentiert seinen neuen Chipsatz für AMD Prozessoren mit Namen nForce2. Bereits der Vorgänger dieses Chipsatzes mit Namen nForce war ein absolut beeindruckendes Produkt und überzeugte in unseren Tests durch die Bank.
Jedoch, von der seinerzeitigen Ankündigung des nForce Mitte 2001 bis zum Erscheinen der ersten Mainboards mit diesem Chipsatz verging weit über ein halbes Jahr. Das wertete die Innovation des Produktes zwar nicht ab, allerdings war durch diese Zeitspanne die integrierte Grafiklösung auf Basis einer GeForce2 MX nicht mehr wirklich auf der Höhe der Zeit. Das alles soll sich dieses mal ändern, denn die Mainboardhersteller stehen mit fertigen Produkten schon fast bereit und wir dürfen mit den ersten entsprechenden Motherboards in etwa im kommenden Monat rechnen.

Hersteller nVIDIA hätte es den Chipproduzenten wie SiS und VIA nachmachen können, welche bereits im ersten Quartal des Jahres 2002 Chipsätze mit DDR333 Speichersupport vorstellten. Zur CeBit 2002 kündigte man auch schon die Nachfolger des nForce 420 und 415 mit den Versionen 620 und 615 an. Damit hätte ein weiterer, lediglich im Bereich des Speichercontrollers geringfügig überarbeiteter Chipsatz das Licht der Welt erblickt, welcher wie auch VIA KT333 oder SiS 745 im Bereich Performance gegenüber seinem Vorgänger wahrscheinlich nicht sonderlich überzeugt hätte. Möglicherweise war dies dann auch der Grund, warum nVIDIA vom Unterfangen des nForce 620 / 615 abließ und sich auf die Fertigstellung des nForce2 konzentrierte, welcher einiges mehr an Neuigkeiten zu bieten hat als nur einen potenteren Speichercontroller.
Natürlich wäre es uns lieber gewesen, neben den Technik-Informationen zu den Features dieses Chipsatzes auch gleich die Praxis-Erfahrung in Form eines Tests eines nForce2-Mainboards mitzuliefern. Aber leider gelang es uns nicht rechtzeitig, ein erstes Muster zu diesem Zeitpunkt zu beschaffen. Damit werden wir den nForce2 in der Praxis erst zu einem späteren Zeitpunkt präsentieren können und beschränken uns auf den nachfolgenden Seiten auf die Theorie.
Bei Durchsicht der uns vorliegenden Papiere zum nForce2 haben wir schnell erkannt, dass nVIDIA viele Innovationen im Bereich des Chipsatz-Aufbaus zum Vorgänger nForce beibehalten hat. Wir werden diese darum auch nicht mehr vertiefen. Wer detaillierte Informationen zu allen weiteren Features benötigt, der wird in unserem originalem Artikel zum nForce fündig. Wir beschränken uns damit hier überwiegend auf die angetroffenenen Neuerungen des nForce2.
Nach wie vor haben wir es beim nForce2 mit einer 2-Chip-Lösung zu tun, welche aus Northbridge und Southbridge besteht. nVIDIA bezeichnet bekanntermaßen die Northbridge als IGP (Integrated Graphics Processor) in der Variante mit integrierter Grafik oder als SPP (System Platform Processor) in der Variante ohne integrierte Grafik. Die Southbridge wird seitens des Herstellers als MCP (Media and Communications Prozessor) bezeichnet und neben der Standard MCP Variante gibt es eine erweiterte Version dieses Chips mit dem Namen MCP-T, wobei das T als Abkürzung für Turbo steht.
