Revisionen und Steppings (Fortsetzung)
Betrachten wir uns nun die Informationen zum Chip unseres bisherigen A7N8X Deluxe in Revision 1.03, so erfahren wir, dass uns eine Chiprevision A2 aus der 41. Woche 2002 vorliegt. Der Chip des seinerzeitigen K7NCR18D Pro, welcher noch den Aufdruck IGP trägt, ist ebenfalls ein A2 Stepping aus Woche 37 des Jahres 2002. Interessant wird es nun beim Leadtek Chip des Pro II Kandidaten, denn hier treffen wir ein A1-Stepping aus Woche 1 des Jahres 2003 an. Bei den - uns seinerzeitig irreführenden - Schlussbuchstaben der auf der Leadtek-Platine verbauten Chips handelt es sich also lediglich um Hinweise zum Sample-Status des Boards.
Es drängt sich nun also die Frage auf, wieso der auf dem Pro II Motherboard von Leadtek verbaute SSP-Chip einer älteren Revision entsprechen soll (A1 Step) und FSB400-fähig ist, wenngleich die älteren Platinen bereits A2-Stepping Chips besitzen, die aber früher gefertigt wurden. Sollte nVIDIA plötzlich wieder A1-Chips herstellen?
Die Antwort ist ja! nVIDIA fertigt hier in der Tat einen A1-Stepping Chip. Dieser ist allerdings vom Crush18D Chipsatz, wie das Muster des Leadtek Kandidaten zweifelsohne verrät. Dabei trägt der Chip noch nicht die interne Bezeichnung SPP und ebenfalls noch einen Heatspreader. Die neueren Chips des Chrush18D, hier vom A7N8X Deluxe Revision 2.0 "Gold", sind ebenfalls im A1-Stepping, hier aus Woche 9 des Jahres 2003, allerdings ohne Heatspreader komplett im Keramikgehäuse.

Jetzt wird sich der eine oder andere fragen, wieso wir hier plötzlich von Crush18D sprechen, denn das war ja ohnehin der Codename des nForce2. Dies ist soweit eigentlich auch zutreffend. Nicht zutreffend ist aber die Aussage, dass auf den bisherigen nForce2-Motherboards mit A2-Stepping Chips ein Crush18D zum Einsatz kam. Dort verbaute nVIDIA in der Tat Crush17 Chips - ein Codename, der im Markt so nie bekannt wurde. Dabei handelt es sich im Prinzip um Chips mit integrierter Grafikeinheit, bei welchen diese deaktiviert wurde.
Wieder können wir an dieser Stelle nur spekulieren, denn letztlich liegen uns griffige Informationen zu dem "warum" nicht vor. Von manchen Seiten wurde uns erzählt, dass die Grafikeinheiten Fehler gehabt hätten, weshalb sie deaktiviert wurden, andere meinten, dass es wohl noch Fertigungsprobleme bei nVIDIA gab und man zur Befriedigung der Nachfrage schlicht die Grafikeinheit der Chips deaktiviert habe und diese als SPP-Chips verkauft hätte. Der Hintergrund sei einmal dahingestellt, es bleibt festzuhalten, dass sich wohl auf den neu erschienen oder angekündigten Platinen der Mainboardhersteller, meist als Revision 2.0 angekündigt, nun ein Crush18D Chipsatz befinden wird.

nVIDIA seinerseits scheint nicht glücklich über die aufgekommenen Diskussionen zu sein, dass ihr Chip angeblich nicht FSB400-fähig wäre, denn dem sei wohl nicht so. Angeblich haben sich die Mainboardhersteller nicht an die Referenzvorgaben im Design gehalten, weshalb viele der bisherigen Boards mit Chrush17 Chipsatz nicht in diesen Taktregionen stabil zu betreiben sind.
Natürlich könnte dies den Tatsachen entsprechen. Möglicherweise haben die Mainboardhersteller, mit dem Wissen, dass man ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt Platinen mit integrierten Grafikchips anbieten will, beim Routing bereits Leiterbahnen diesbezüglich verlegt und an der deaktivierten Einheit verdrahtet. Dies hätte dann zumindest ein kompatibles Mainboard-Layout ergeben und möglicherweise wäre eben genau dies der Fehler gewesen, denn bei Verwendung der onboard Grafik gibt es gemäß nVIDIA keinen DDR400 DualChannel Support, sondern lediglich DDR333. Aber dies ist nur eine Spekulation unsererseits, eine der vielen weiteren, die es im Web bereits zu dem Thema gibt. Sie würde aber erklären, warum nun die Hersteller nach und nach neue Platinenrevisionen anbieten.