Neuerungen bei Pentium 4 "C" Prozessoren
Im vorangegangenen Kapitel erwähnten wir, dass es beim neuen Pentium 4 Prozessor praktisch keine Änderungen gab. Schon seit einer ganzen Weile finden Änderungen bei den neu vorgestellten Pentium 4 CPUs fast ausschließlich in den Bereichen Taktungen und FrontSideBus (FSB) statt.
Selbst die Hyper-Threading Technologie, erstmals bei Pentium 4 Prozessoren mit dem 3.06 GHz Prozessor eingeführt, stellte zwar bei den Intel Desktop CPUs eine technische Neuheit, jedoch keine Architektur-Veränderung am Prozessor dar. Wie Intel erklärte, finden sich die dafür entsprechenden Teile im CPU-Kern schon bei den ersten Pentium 4 CPUs mit Williamette Core wieder, wurden letztlich aber jetzt erst aktiviert.
Diese HT-Fähigkeit spendiert der CPU-Hersteller allerdings nicht allen seinen Prozessoren. Neben dem erwähnten 3.06 GHz Modell, bleibt dieses Merkmal allein den C-Varianten, also jenen CPUs mit 200 MHz FSB QDR (FSB800) vorbehalten.
| Prozessor
[GHz] |
FSB
[QDR] |
Hyper-Threading |
CPU
Spannung |
Leistungsaufnahme (TDP) |
Max.
Kerntemperatur |
Fertigung |
|
Pentium 4 2.0 |
100
MHz |
Nein |
1.75V |
75,3
W |
75°C |
0.18µm |
|
Pentium 4 2.0A |
100
MHz |
Nein |
1.50V |
52,4
W |
68°C |
0.13µm |
|
Pentium 4 2.2 |
100
MHz |
Nein |
1.50V |
55,1
W |
69°C |
0.13µm |
|
Pentium 4 2.4 |
100
MHz |
Nein |
1.50V |
57,8
W |
70°C |
0.13µm |
|
Pentium 4 2.4B |
133
MHz |
Nein |
1.50V |
57,8
W |
70°C |
0.13µm |
|
Pentium 4 2.4C |
200
MHz |
Ja |
1,525V |
66,2
W |
74°C |
0.13µm |
|
Pentium 4 2.53 |
133
MHz |
Nein |
1.50V |
59,3
W |
71°C |
0.13µm |
|
Pentium 4 2.6 |
100 MHz |
Nein |
1.525V |
62,6 W |
72°C |
0.13µm |
|
Pentium 4 2.6C |
200
MHz |
Ja |
1,525V |
69,0
W |
75°C |
0.13µm |
|
Pentium 4 2.66 |
133 MHz |
Nein |
1.525V |
66,1 W |
74°C |
0.13µm |
|
Pentium 4 2.80 |
133 MHz |
Nein |
1.525V |
68,4 W |
75°C |
0.13µm |
|
Pentium 4 2.8C |
200 MHz |
Ja |
1,525V |
69,7 W |
75°C |
0.13µm |
|
Pentium
4 3.0C
|
200
MHz
|
Ja
|
|
81,9
W
|
70°C
|
0.13µm
|
|
Pentium
4 3.06
|
133
MHz
|
Ja
|
1.550V
|
81,8
W
|
69°C
|
0.13µm
|
|
Pentium
4 3.2C
|
200
MHz
|
Ja
|
1,550V
|
82,0
W
|
70°C
|
0.13µm
|
Nach Durchsicht unserer Tabelle und ausschließlichem Augenmerk auf den neuen Pentium 4 mit 3.2 GHz fällt nicht wirklich wichtiges auf. Die Prozessorspannung liegt bei inzwischen gewohnten 1.55V, die Leistungsaufnahme zum Pentium 4 mit 3.06 steigt marginal um 0,2 Watt. Aber wieso eigentlich "gewohnte" 1.55V?
Auch der Pentium 4 mit 3.0C trat bei uns zum Launch mit spezifizierten 1.55V an. Um so interessanter zeigte sich die Tatsache, dass wir beim Wälzen der Intel Specs inzwischen sogar einen solchen 3.0C ausfindig machen konnten, welcher lediglich mit 1.5V Default-Spannung zu betreiben ist. Prozessor- bzw. Herstellungs-Optimierung ist hier das Zauberwort, resultierend in neuen Prozessor-"Steppings". Und die Tuner- und Overclocker-Gemeinde beobachtet solche Schritte der CPU-Hersteller natürlich immer im großem Interesse.
Nun, bei der "C" Familie des Pentium 4 wurde ebenfalls ein neues Prozessor-Stepping, hier D1 genannt, eingeführt. So bedeutend sich dieses Wort Stepping auch anhören mag, so unscheinbar ist der Umstand, der sich dahinter verbirgt. Schlicht nichts anderes, als sich weiterhin zu verbessern, steckt dahinter. Erkennt ein Prozessor-Hersteller Möglichkeiten der Optimierung, z.B. durch Verkürzung der Leiterbahnwege, oder im schlimmsten Fall auch Fehler, und reagiert auf diese Möglichkeiten, so spricht man von einem neuen "Stepping". Dabei werden die Masken, welche zur Belichtung und zum Ätzen der Silikon-Wafer dienen, auf diese genannten Umstände hin abgeändert.
Manches mal, wie z.B. bei der Einführung des C1-Stepping beim Pentium 4 kann eine solche Optimierung sich sogar höchst positiv auf die Leistung bzw. die Leistungsreserven auswirken. Und damit sind wir wieder bei der Tuner- und Overclocker-Gemeinde, welche zu besagtem neuen D1-Stepping vorab herausfand, dass sich die CPUs mit diesen Cores angeblich deutlich besser übertakten lassen.
Wir für unseren Teil können dies dem neuen D1-Stepping in der Praxis allerdings nicht bescheinigen, dazu später mehr im Overclocking-Teil dieses Artikels. Allerdings mag dies auch wenig verwundern: Wir nähern uns langsam der Ende der Ära des Pentium 4 in der 0.13µm Fertigungstechnologie. Was kein Problem ist, denn der nächste Schritt steht mit dem Prescott-Kern schließlich bereits vor der Tür.