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MSI KT880 Delta FSR [VIA KT880]

Fazit

Spiels noch einmal Sam: As time goes by! Und die Zeit verging und VIA tat es noch einmal, doch die heutige Vorstellung im Kampf um die Performance-Krone im Sockel A Segment war nicht überzeugend.

Sehen wir einmal von unserem Leistungsvergleich beim MP3 Encoden mittels Lame ab, so war es dem VIA KT880 Chipsatz nicht möglich, einen Gleichstand zum Mitstreiter aus dem Hause NVIDIA zu erarbeiten. Ansonsten musste man sich mit mindestens 5% Abstand zum nForce2 begnügen, in den meisten Fällen waren es sogar 7 oder 8%. Ist das viel? Nun, das denken wir schon, denn eben das sind Vorteile, die sich oft einmal nur durch ein Prozessorupgrade über 200 oder mehr MHz einstellen.

Die quälende Frage mag sein, ob denn die Präsentation des KT880 Chipsatz auf dem MSI KT880 Delta überhaupt repräsentativ ist, um einen solchen Rückschluss zu ziehen - und wir denken schon, dass es das ist. Erinnern wir uns zurück an unser KT600 Roundup, so konnten wir dort im Bereich Performance durchaus Unterschiede zwischen den Vertretern erblicken, doch bewegten diese sich eher im Bereich von vielleicht einem Prozentpunkt, kaum darüber. Und dies darf man sicherlich auch den nForce2 Vertretern unterstellen. Es mag manche geben, welche etwas schneller arbeiten und manche, die etwas langsamer arbeiten - doch trennt diese meist nicht sehr viel, wenn der Mainboardhersteller keine groben Bremsen eingebaut hat.

Wir für unseren Teil können unterstellen, dass sich hier und heute stabile Konstellationen gegeneinander gemessen haben und das Ergebnis war deutlich. Deutlich dahingehend, dass Zwei-Kanal Speichertechnik nicht unbedingt mit deutlicher Mehrleistung verbunden werden muss, denn sonst wäre die KT880 Single Channel Variante, oder gar die KT600 Variante dem Dual Channel Betrieb des KT880 nicht so gefährlich nahe gekommen. VIA präsentiert damit einen neuen Sockel A Chipsatz, dessen Daseinberechtigung man gegebenenfalls hinterfragen muss. Doch sind wir uns sicher, dass auch dieser Chipsatz sich verkaufen wird, denn Zwei-Kanal Speicherbetrieb liest sich nun einmal hervorragend und bleibt damit ein Verkaufsargument.


MSI KT880 Delta FSR [VIA KT880]


Selbstverständlich, eine Einsteigerplattform dürfte vielen Anwendern zum Briefe schreiben, Surfen oder dem Kartenspiel zur Entspannung genügen und auch das Video-Encoden ist absolut machbar, alles eine Frage der Zeit und in dieser Konstellation entscheidet eben der Geldbeutel. Doch auch hier sind wir nicht so überzeugt, dass der KT880 Chipsatz eben eine wirklich preisgünstige Lösung ist. Wir werden vermutlich abgespeckte Platinen im Bereich von 70 bis 75 Euro, besser ausgestattete Kandidaten im Bereich von 80 bis 90 Euro antreffen. Dies ist aber im Sockel A Geschäft kein Preisbrecher mehr. Hier haben wir bereits nForce2 Vertreter in dieser Preisklasse.

Und dann bleibt schlussendlich die Frage nach der wirklichen Performance und dem tatsächlichen Preis-/Leistungsverhältnis. Darum haben wir einen Athlon 64 2800+ mit in die Betrachtung aufgenommen. Auch Plattformen für den Athlon 64 gibt es bereits ab 70 oder 80 Euro. Der günstigste Athlon 64 Prozessor liegt allerdings bei ca. 150 Euro (2800+), der günstigste Athlon XP 2800+ bewegt sich bei etwa 100 Euro. Also trennt ein Preis von ca. 50 Euro einen Leistungsunterschied von bis zu 20% gegenüber der schnellsten Sockel A Plattform. Da verstehe noch jemand die Welt.

Zum eigentlichen Testkandidaten heute, dem KT880 Delta FSR von MSI, können wir sagen, dass sich das Board fast keine Patzer erlaubte. Unbegreiflich ist der Umstand, dass der Hersteller im Dual Channel Betrieb ein Rock Solid Arbeitstier baute, im Single Channel Modus dann aber mit solchen Problemen zu kämpfen hatte, was derzeit auch praktisch das einzige Manko des Testkandidaten darstellte. Hier müsste der Hersteller durch aktive Northbridgekühlung und überarbeitete BIOS Versionen tätig werden.

Der Aufbau der Platine sowie ihr Lieferumfang zeigt die Marktorientierung: Der preisbewusste Käufer wird angesprochen. Doch bleibt trotz Goodies wie Gigabit Ethernet zu sagen, dass die MSI hauseigene nForce2 Konkurrenz kaum teuerer zu erstehen ist, dann aber eben nicht über Gigabit Ethernet oder native SATA verfügt. Für ca. 80 Euro Straßenpreis ist das KT880 Delta FSR derzeit erhältlich.


[pg] 3. August 2004



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